PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Hier können Sie Ihr Energiespar-Projekt vorstellen.

Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon reichmannklemen » Mittwoch 14. Februar 2018, 10:03

Sieht alles sehr interessant aus. Aber wie macht ihr das alles mit den Genehmigungen?
reichmannklemen
 
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer26990 » Sonntag 18. Februar 2018, 12:04

Nicht für jede Maßnahme wird eine Genehmigung benötigt. Ich hatte mich vorab bei folgenden Stellen informiert:

Baumaßnahmen
Bauamt der Gemeinde oder Stadt bzw. bei Gemeinden auch das zuständige Bauamt der Kreisverwaltung.

Veränderungen an der Heizung, Einbau von Kachelöfen usw.
Zuständiger Bezirksschornsteinfeger.
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PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen - 8.Update

Beitragvon Energiesparer26990 » Sonntag 25. November 2018, 13:39

Installation Photovoltaik

Nach einer längeren Pause möchte ich mit den bereits umgesetzten Maßnahmen fortfahren. Eigentlich gehört das Thema Photovoltaik hier nicht aufgelistet. Im Forum wollte ich eigentlich nur von Maßnahmen zur Energieeinsparung an unserem Gebäude berichten. Die Montage der Anlage hatte jedoch Auswirkungen auf eine bereits durchgeführte Energiesparmaßnahme. Deshalb nehme ich den Punkt mit auf und gebe ein paar Infos darüber.
Seit 2009 hatten wir uns intensiver mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt. Die Anlage war zum damaligen Zeitpunkt definitiv nicht zum Energiesparen vorgesehen, sondern als ein guter Invest gedacht. Die Einspeisevergütungen sowie auch die Vergütungen bei "Eigenverbrauch" waren immer noch lukrativ. Allerdings wollten wir auch nicht "falsch investieren". Der Markt war bereits zu diesem Zeitpunkt sehr breit aufgestellt. Auch hier war es wieder eine "Herausforderung", die Angebote der verschiedenen Anbieter nach "Gut" und "Schlecht" zu differenzieren. Wie groß diese Herausforderung werden würde, zeigte sich sehr schnell in den angeforderten Angeboten. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage war ein sehr wichtiges Thema. Nicht jeder Lieferant hat uns ein, nachvollziehbares, Berechnungsmodell vorgelegt. Dachneigung, Verschattung des Gebäudes usw. spielen bei der Photovoltaik natürlich eine genau so große Rolle wie bei der Solarthermie. Da wir bereits hervorragende Ergebnisse mit der Solarthermie sammeln konnten, war uns um die Rentabilität der Photovoltaikanlage eigentlich auch nicht bange. Dieses Gefühl änderte sich mit den doch sehr unterschiedlichen Angeboten und vor allem auch den zur Verfügung gestellten Informationen der unterschiedlichen Anbieter. Nicht alle Fragen wurden von jedem Anbieter beantwortet. Leider ist auch in dieser Branche das Motto "Verkauf vor guter Beratung" ein Wegbegleiter. Als Endkunde hatte ich mir das einfacher vorgestellt. Die Energieberater hatten eine durchaus gemischte Meinung zur Photovoltaik. Im Nachgang kann ich die Argumentation auch nachvollziehen. Wir hatten uns aus oben genannten Gründen fast 2 Jahre für unsere Entscheidung Zeit gelassen. Messebesuche, Rückfragen bei Firmen, Internetrecherche. Wir versuchten auch bei diesem Thema vieles, um unser Wissensdefizit zu reduzieren. Die doch sehr vielen "Fallstricke" bei der Installation einer solchen Anlage, haben uns auch immer wieder in dieser Zeit unseren Invest überdenken lassen. Schließlich ging es auch darum, das eine sehr gut funktionierende Solarthermie-Anlage an ihrem Standort demontiert werden musste. 2011 war es dann soweit. Wir hatten uns für die Installation einer Anlage entschieden. 5,15 kWp sollte die Anlage bekommen. Der Ertrag nach der Installation war so gut, das wir 2012 die Anlage nochmals, auf dann 6,6 kWp, erweitert haben.

Die Daten unserer Photovoltaik-Anlage:
Firma: Bauer, Baujahr 2011, Erweiterung 2012
Modulleistung: 185 Wp
Anzahl der Module: 36
3 Stränge
Leistung: 6,664 kWp (nach der Erweiterung 2012)
Neigung: 45°
Ausrichtung: 150°
Generatorfläche: 45,96 m²
Verschattungsverluste: 6,67%
Verkabelungsverluste: 0,32%
2 Wechselrichter (2kW + 4kW) Firma Oelmaier
Aktives Kühlsystem für Wechselrichter
Monitoring System für Anlagenüberwachung
Versicherung (Minderertrag usw.)
Energiespeicher: nicht vorhanden

ToDo
Neuverteilung der Energieverbraucher (Tagesverbraucher) auf die 3-Phasen des 400V-Netzes

Kosten:
Gesamtkosten (incl. Gerüst usw.): 19.000 €
Jährliche Betriebskosten: 24 €
Neuverteilung der Energieverbraucher: 0 € (Eigenleistung)
keine Kreditaufnahme für diese Maßnahme

Berechnete Amortisation = 11 Jahre

vermutliche Amortisierungsdauer: ca. 8,8 Jahre

Vorläufiges Fazit
Mit der berechneten Amortisierungsdauer von 11 Jahren waren wir 1 Jahr außerhalb unseres max. angestrebten Reamortisierungszeitraumes von 10 Jahren. Jedoch war die angestrebte Leistung der Anlage in der Berechnung sehr konservativ angesetzt. Im Vertrag war zusätzlich eine Versicherung enthalten, die einen möglichen Unterertrag (Störungen in der Anlage usw.) ausgleicht. Dies hat sich im Nachgang als positiv erwiesen. Mit den installierten PV-Modulen sind wir qualitativ zufrieden. Jedoch nicht mit den installierten Wechselrichtern. Die Wechselrichter mussten in der Anfangszeit bereits 2 mal ausgetauscht werden. Zusätzlich wurde nachträglich, zu Lasten der Installationsfirma, eine aktive Kühlung der Wechselrichter nachgerüstet. Positiv war hierbei die nachträgliche Investition in ein Anlagenmonitoring. (wurde mit der Anlagenerweiterung installiert) Erst über die konsequente Auswertung der Anlagendaten haben wir Abweichungen bemerkt und dies umgehend der Firma mitgeteilt. Nur so konnten wir der Installationsfirma die Probleme mit den Wechselrichtern aufzeigen. Die Firma behob die Schäden zu eigenen Lasten und letztlich auch zu unserer Zufriedenheit.
Ein kleines Manko erkannten wir auch erst nach Installation der Anlage. Die beiden Wechselrichter waren nicht auf alle 3 Phasen der 400V-Versorgung des Hauses aufgeschaltet, sondern nur auf die ersten beiden Phasen. Wir hatten uns Anfangs über einen relativ schlechten "Eigenverbrauch" gewundert. Dieser war bei ca. 8-9% sehr tief gelegen. Deshalb habe ich mir die Stromverteilung unseres Hauses tiefer angeschaut. Sehr schnell war klar das wichtige Energieverbraucher, die hauptsächlich tagsüber laufen, auf Phase 3 angeklemmt sind. Ich habe ein neues Lastverteilungsprofil erstellt und die Verbraucher neu angeordnet. Das Ergebnis ist ein Anstieg des Eigenverbrauches auf 21-23%. Diese Arbeit kann man sich unter Umständen sparen, wenn ein 3-Phasen-Wechselrichter in der Anlage verbaut ist. Damit dies gelingt, ist allerdings die Größe der Photovoltaik-Anlage ein wesentlicher Faktor.
Die Anlage läuft, wie nicht anders zu erwarten, besser als der prognostizierte Jahresertrag. Stand November 2018 erwarten wir die Amortisation in 2020 und somit bereits nach 8,8 Jahren. Zwischenzeitlich beschäftigen wir uns auch mit der Energiespeicherung. Hier war es gut, erst einmal ab zu warten und den Markt zu beobachten. Die Preise für Speicher sinken kontinuierlich. Dies ist auch der steigenden E-Mobilität zu verdanken. Deshalb sind bereits Überlegungen für die Zukunft gestartet, wie wir unsere Anlage von einem Anlageobjekt nun energetisch sinnvoll in das Gesamtsystem einbinden können.
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PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen - 9.Update

Beitragvon Energiesparer26990 » Dienstag 25. Dezember 2018, 16:06

Solarthermie - Zwischenschritt

Nach der Installation der PV-Anlage kam der Wunsch auf, zumindest einen Teil der Solarthermieanlage wieder zu installieren. Mit dem hydraulischen "Standardaufbau" der STA waren wir zwar nicht so glücklich, da aber die Technik bereits installiert ist, und eine komplette Neuausrichtung der STA aktuell nicht zeitlich umsetzbar war, haben wir nach Möglichkeiten gesucht mit wenig Aufwand zumindest einen Teil der Kollektoren wieder zu installieren. Das Dach des WG-Anbaus war auch nach SO ausgerichtet. Allerdings ein paar Meter tiefer als die bisherige Installation der Anlage. Nachteile haben wir in der Verschattung des Daches durch Bäume auf dem Nachbargrundstück gesehen sowie durch die nicht zu große Dachneigung von 16°. Internetrecherchen, und Hinweise vom Solarverein Trier, haben uns den Hersteller der Kollektoren in Polen finden lassen. Die Kollektoren wurden zum damaligen Zeitpunkt sogar noch produziert. Dadurch konnten wir die Datenblätter herunterladen. Die technischen Daten schrieben einen Mindestaufstellwinkel von 25° vor. In eine Aufständerung wollten wir, da diese Lösung nur übergangsweise installiert werden sollte, nicht investieren. Auf Nachfrage, und einiges Zureden, war unser Heizungsbauer bereit (ohne Garantiezusage) 3 Kollektoren zu einem Festpreis von 600€ zu installieren. Nach Meinung des HB war die vorgesehene, falsche, Montage ein zusätzliches Risiko. Die 600€ waren es mir allerdings Wert einen Versuch zu starten. Das Dach vom WG war aus unserer Sicht auch deshalb als Zwischenlösung geeignet, da nur ca. 6m zusätzliche Solarleitung für den Anschluß an das vorhandene System benötigt wurden. Problematisch war das Entlüften der Anlage. Auch nach Stundenlangem Durchdrücken der Solarflüssigkeit konnte letztlich nicht ein 100% luftfreies System garantiert werden.

Die Daten unserer Solarthermie-Anlage nach dem Zwischenschritt:
Kollektoren: 3 Stück Flachkollektoren
Aufstellwinkel: 16° (gefordert: min. 25°)
Bruttofläche: 6,63 m² (3 x 2,21 m²)
Ausrichtung: Süd-Ost, Verschattung durch Bäume vom Nachbargrundstück

ToDo:
Kollektoren auf Dach montieren: Heizungsbauer
Solarleitungen verlegen und anschließen, Fühlermontage: Heizungsbauer
Fühler an Steuerung anschließen: Eigenleistung

Aufwand:
1. Kollektoren montieren und Leitungen verlegen und Anlage befüllen: 8 h
2. Fühler el. anschließen: 2 h

Kosten:
3 Stück Flachkollektoren: vorhanden
Dachmontage incl. Solarleitungen und Anschluss: 600 €
Steuerung: vorhanden
Elektroanschluss: Eigenleistung
Programmierung Steuerung: nicht notwendig
Invest: 600 €

Auch nach der Teilinstallation konnte eine Einsparung von 400 Liter Öl nachgewiesen werden.

Mittlere Kosten für Heizöl ca. 0,75€ / L

Einsparung:
400L * 0,75€ = 300€/a

Amortisation = Invest : Einsparung = 600€ : 300€ = 2

Amortisierungsdauer: ca. 10 Jahre

Die Amortisierungsdauer erhöht sich von bisher 8 Jahre um den neuen Invest von 2 Jahren.

Vorläufiges Fazit:
Durch die bewusste "falsche Montage", und den daraus wahrscheinlich entstandenen Entlüftungsproblemen, waren wir auf die ersten Ergebnisse sehr gespannt. Fazit: Die Installation von nur noch 3 Kollektoren hat sich gerechnet. Überrascht waren wir, dass auch nur 3 Kollektoren das geforderte Ziel, Warmwasser im Bereich Mai bis Oktober zur Verfügung zu stellen, ausgereicht haben. Einschränkungen gab es nur im Oktober. Hier musste nach dem Umbau bereits ca. ab Mitte des Monats Warmwasser über die zentrale Heizungsanlage zur Verfügung gestellt werden. Ebenso im April. Hier machte sich die um 50% kleinere Anlage bemerkbar. Heizungsunterstützung war nun natürlich nicht mehr möglich. Dies hatte allerdings auch schon bei der größeren Anlage ein Problem dargestellt. Grund ist die schlechte hydraulische Einbindung unserer "Standardinstallation" mit einem untenliegenden Wärmetauscher im Pufferspeicher. Auch nachteilig ist, das im Winter die Sockeltemperatur im unteren Speicher in der Regel bei über 35 °C liegt, da der Heizkreis mit Heizkörpern höhere Vorlauftemperaturen benötigt und insgesamt das Niveau im Pufferspeicher dadurch angehoben wird. Da tut sich selbst ein sonnenreicher Wintertag sehr schwer Energie in den Speicher einzubringen. Da wir bei der großen Anlage beim Invest schon sehr konservative Zahlen angesetzt haben, hat auch die nun um die Hälfte reduzierte Anlage die gleiche Einsparung an Heizöl erzielt. Dies hat uns doch sehr überrascht. Eine Stagnation der Anlage wurde im Sommer nicht mehr beobachtet. Die Temperatur lag aber in der Regel immer noch bei ca. 70 - 75°C im Speicher. Die Heizung habe ich weiterhin im Bereich von Anfang Mai bis Mitte Oktober komplett abgeschaltet. Der 800 Liter Puffer war ausreichend, um warmes Wasser für 4 Personen zur Verfügung zu stellen. Durch die sehr guten Erträge hat sich die Anlage bereits 2017 komplett amortisiert. Grund genug, in weiteren Schritten die Einbindung der Hydraulik, die Regelung sowie die Fläche der STA in der nahen Zukunft anzupassen.
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer208828 » Dienstag 25. Dezember 2018, 23:07

Bin begeistert was sie so auf die Beine gestellt haben. Unser Haus Baujahr in den dreiziger Jahren mit 2 Bewohnern hat auch nur eine 24ziger Wand und Teilkeller . Die Wohnfläche beträgt 70 m². Fußbodenbereich ohne Keller mit Glasschaumschotter aufgefüllt. Dachdämmung 1997 mit 24 cm Zellulose. Seit 2017 Anbau mit 30 m² zusätzlich. Der Verbrauch in diesem Jahr beträgt für die Heizung und WW im Winter 13500 KWh. Die Regelung erfolgt über die Heizkurve bei augedrehten Ventielen.
Heizung Gas Niedertemperatur mit Aussenfühler (Brennerlaufzeit 4 Minuten) mit Solarthermie 8m² Kollektofläche und 700 Liter Speicher WW und Heizungsunterstützung eingebaut 1997. Wartung zirka alle 5 Jahre. Dieses Jahr das erstemal Solarflussigkeit gewechselt und vor 3 Jahren wurde die Solarpumpe und die Steuerung gewechselt. Seitdem ist eine Kühlung des Speichers im Abend/Nachtbetrieb möglich und wird bei intensiever Sonneneistrahlung im Sommer auch genutzt. Berlin hat sehr kalkhaltige Wasser und ich möchte die Temperatur des Speichers nur bis max 70 C nutzen damit nicht soviel Kalk ausfällt und die Leitungen verstopft. Läuft bis jetzt problemlos. Energieverbrauch der Solarpumpe in den 3 Jahren Zirka 35 KWh laut Anzeige der Pumpe. Ihre Beschreibung zeigt mir, das ich die Brennerlaufzeit erhöhen kann wenn ich die Heizung über den Speicher laufen lasse. Ich bin am überlegen ob ich einen smart-e-manager der Firma AkoTec einbauen lasse, der dann die Möglichkeit hat die Solarthermie direkt in den Heizungskreislauf einzuspeisen. Der smart-e-manager scheint mir eine gute Idee zu sein und vielleicht läßt sich die Anlage noch mit Röhren- statt der Flachkollektoren nachrüsten um in der Übergangszeit den Heizenergieanteil zu erhöhen. Es giebt eine online Solarberechnung ( http://valentin.de) mit der mann einen groben Hinweis auf die Grösse und den Energieertrag einer Solarthermieanlage bekommt. Meine Anlage von 1997( keine Möglichkeit der Internetrecherche zum damaligen Zeitpunkt) ca 10000 € (Speicher, Flachkollektoren,Instalation) wird sich erst nach 50 Jahren Laufzeit finanziel rechnen, aber für die Umwelt rechnet sich jeder Tag an dem die Anlage läuft und für das Klima erst Recht. Die Waschmaschine und die Spülmaschine laufen über WW. Also kommt zu der Ersparnis an Gas im Sommer noch ein paar KWh an Strom dazu. Mein HB möchte den Heizkessel am liebsten in ein Brennwertgerät tauschen aber bis jetzt läuft alles problemlos. Auch für photovoltaik giebt es einen Nachhaltigkeitsrechner ( https://pvspeicher.htw-berlin.de/unabha ... tsrechner/) mit dem sich die Größe der Anlage und des Speichers berechnen läßt.
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer26990 » Mittwoch 26. Dezember 2018, 15:31

Ältere Gebäude haben einen gewissen Charme. Wir bereuen es bisher nicht, das wir keinen kompletten Neubau erstellt und uns bewusst für den Kauf einer gebrauchten Immobilie entschieden haben. In älteren Immobilien steckt mehr Substanz als man manchmal glauben mag. Energetisch sind die meisten älteren Heizungsanlagen maßlos überdimensioniert. Ist bei meiner Anlage so gewesen, aber auch die Rückmeldungen aus meinem Freundeskreis. Zu den bereits, aus meiner Sicht, sehr großzügigen DIN-Berechnungen der Heizlast kam meistens noch ein "guter Bauchgefühl-Zuschlag" des Heizungsbauers. Hat bei meinem Haus zu einem 28kW Ölkessel bei ursprünglich 130m² Wohnfläche geführt. Ergebnis wie bei Ihnen: Taktung des Kessels im Minutenbereich. Ebenso ein "wunderschön" warmer Keller, da der ursprüngliche Ölkessel keine gute Isolierung hatte. Mein erster Ansatz war, auch beim alten Kessel, die Leistung über den Einsatz einer neuen, kleineren, Düse zu begrenzen. Dies war herstellerseitig leider nicht möglich. Auch beim meinem aktuellen NT-Ölkessel war nach Rückfrage über den Heizungsbauer bzw. Buderus es nicht möglich, eine kleinere Düse einzubauen. Mein Ölkessel hat aktuell 21kW. Benötigt hätte ich damals max. 14kW. (Haus war noch nicht isoliert). Deshalb auch der Ansatz meinerseits, den Ölkessel auf den Pufferspeicher zu schalten. Ziel der Taktverlängerung wurde erreicht, allerdings bei mir auch mit einem Komfortverlust. Beim Einschalten des Ölkessels durchmischt dieser den Speicher. Die Temperatur fällt dann leider auch im oberen Bereich wo das warme Wasser zur Verfügung gestellt werden soll. Zeitverzug bis dieses wieder auf "Duschtemperatur" erwärmt ist ca. 10min. Dies ist ärgerlich. Deshalb werde ich auch die Anlagenhydraulik ändern. Bevor Sie den Kessel auch auf den Puffer einbinden, würde ich ihnen folgende Schritte zuerst empfehlen:
1. Hydraulischer Abgleich durchgeführt? Wenn Nein, Angebot beim HB einholen. Es gibt auch noch Zuschüsse. Alternativ sind gute Anleitungen im Netz verfügbar. Mit etwas Geschick und Geduld ist das auch selbst mit einem relativ guten Ergebnis durchführbar. (dann allerdings keine Zuschüsse) Bedingung sind natürlich mech. einstellbare Ventile an den Heizkörpern.
2. Sie haben einen NT-Gaskessel eingebaut. Hier mal beim Hersteller, über den HB oder Eigenrecherche, nachfragen ob die
Leistung über kleinere Düsen begrenzt werden kann. Oftmals ist dies möglich und dann mit einem sehr geringen finanziellen
Aufwand umzusetzen. Im Freundeskreis haben einige dies so durchgeführt. Brennerlaufzeiten sind um einige Minuten
angestiegen. Kosten ca. 100-150€. Amortisierung meist schon nach 1-1,5 Jahren. Vielleicht können Sie diese Maßnahme
mit der nächsten Kesselwartung verbinden. Würde weiteres Geld sparen. Eine hydraulische Änderung ist auf jeden Fall teurer und auch mit Risiken (siehe mein Fall) verbunden. Arbeiten an einem Gaskessel natürlich nur durch einen Fachmann durchführen lassen.
Wenn der NT-Kessel noch in Ordnung ist kann über obige Maßnahmen schon mit wenig Aufwand einiges an Energie gespart werden. Lassen Sie sich trotzdem vom HB mal ein Angebot zu einem Brennwertkessel machen. Kommt natürlich auch noch die Sanierung des Schornsteines dazu. Ebenso, je nach Aufstellmöglichkeit der Therme die notwendige Kondensatentsorgung. Lassen Sie sich auf jeden Fall gut beraten. Der "Brennwerteffekt" kommt nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen zum Tragen. Wenn Sie noch Vorlauftemperaturen von 70°C oder höher benötigen, dann wird der Spareffekt einer Brennwertheizung nicht
mehr all zu groß sein. Ein guter HB sollte ihnen das erklären können. Hierzu gehört auch eine vernünftige Kalkulation über die zu erwartende Einsparung an Energie und dem damit verbundenen Reinvestzeitraum.
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer208828 » Sonntag 6. Januar 2019, 01:10

Die Kosten für ein Brennwertgerät schätze ich zwischen 5000 bis 7000€ Einbau mit Schornsteinsanierung. Die Vorlauftemperatur Heizung liegt momentan bei ca 40°C ( Aussentemperatur heute 5°C innen 20°C). Der Anbau ist mit 55°C vom HB berechnet und da jetzt eine Aussenwand weniger für den Altbau zu heizen ist passt das schon. Ich bin mir nicht sicher aber die Vorlauftemperatur für den Altbau wurde mit 60°C berechnet. Grund ist auch die Solaranlage mit Heizungspuffer die in der Übergangszeit niedrige Temperaturen braucht um überhaupt einen Ertrag für die Heizung zuliefern. Da ich immer Skeptisch war ob die Anlage (Solar für Heizungsunterstützung) überhaupt funtioniert habe ich die Heizkennlinie runtergestellt auf 1:0,45 -1:0,55 ( Vorlauftemperatur dann ca 20-25°C bei Aussentemperatur 15°C) und natürlich auch mal die Rohre angefasst um festzustellen obs warm ist. Jetzt kann ich sagen es funktioniert( keine Wärmemengenzähler vorhanden und alte Steuerung von Solardiamant mit Schalterstellung Ein,Aus und Automatik). Der NT Gaskessel ist von der Fima Sieger und diese wurde mitte der 90ziger Jahre von der Firma Buderus übernommen. Vom HB wurde mir gesagt das es für diesen Gaskessel keine kleinere Düse giebt. Der Hb meinte bis zu 30% Ersparnis wären bei einem neuen Brennwertgerät machbar. Die mittlere Ersparnis bei reellen Daten alte zu neue Heizung beträgt beim Energiesparkonto 17%. Meine Nachbarn haben ihre Heizung bereits gewechselt (Therme). Vielleicht lässt sich der Verbrauch alt neu mal in konkreten Zahlen fassen und bewegt mich zum Umstieg auf neue Technik.
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer26990 » Samstag 26. Januar 2019, 12:01

Bisher sind aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis 5 Familien auf Gas-Brennwerttechnik umgestiegen. Das Ergebnis vom Energiesparkonto konnte auch bei diesen Umbauten bestätigt werden. Der kleinste Wert lag bei ca. 10 %, der größte Wert bei ca. 20 % Ersparnis. Vor dem Umbau auf Brennwerttechnik wurden natürlich auch schon verschiedene Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Bei der Maßnahme mit der geringsten Einsparung wurde bereits eine Leistungsreduzierung durch einen kleineren Ölbrenner und längere Laufzeiten des Heizkessels realisiert. Dadurch war die Einsparung durch den Brennwerteffekt nicht mehr so gravierend. Vermutlich war die Haupteinsparung durch eine nochmalige Leistungsreduzierung bei der Gasbrennwerttherme erreicht worden. 30% Einsparung, wie von Ihrem Heizungsbauer genannt, sind schon ein hoher Wert. In ihrem Falle unter Umständen erreichbar, da bisher noch ein hohes Taktverhalten des Kessels vorliegt und vermutlich der Kessel aktuell mit seiner Leistung überdimensioniert ist. Bei den Kosten bitte auch die Kondensatentsorgung mit berücksichtigen. In der Regel sind in alten Wohnhäusern im Aufstellraum des Kessels keine Sanitäranschlüsse (Ablauf) vorhanden. Das anfallende Kondensat muss aber entsorgt werden. Vielleicht sind hierbei kleinere Baumaßnahmen (Wanddurchbrüche usw.) notwendig. Bei den oben geschilderten Umbauten lagen die Kosten zwischen 5.500 und 8.000 € für die jeweilige Gesamtmaßnahme. Hier sollten Sie zwingend ein Gesamtangebot einholen. Der Heizungsbauer sollte Ihnen auch bestätigen, das er genügend Zeit für die optimale Einstellung der Anlage, nach Installation, mit berücksichtigt hat.
Machen wir mal einen "konservativen" Ansatz für die Amortisierung:
13500 kWh hatten Sie als letzten Jahresverbrauch angegeben.
Ich setze den Gaspreis mal hoch mit 6,5 Ct / kWh an.
Die Umbaukosten setzen wir tief mit 5.000 € an.
Ersparnis mit 30% nach Umbau gerechnet.

30% von 13.500 = 4.050 kWh / a Ersparnis

4.050 kWh x 6,5 Ct = 263,25 € / a Ersparnis.

Amortisierung:
5.000 € / 263,25 € = ca. 19 Jahre

Beim Umstieg auf Brennwerttechnik sparen Sie noch bei den Schornsteinfeger- und wahrscheinlich bei den Wartungskosten.
Wenn ihr jetziger Niedertemperatur-Gaskessel noch absolut intakt ist, würde ich diesen aus wirtschaftlicher Sicht nicht unbedingt jetzt ersetzen. Vielleicht nutzen Sie die aktuell kälteren Tage um Ihre Aufzeichnungen weiter zu ergänzen. Z.B. welche Vor- und Rücklauftemperaturen stellen sich bei äußeren Minusgraden ein?
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PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen - 10.Update

Beitragvon Energiesparer26990 » Sonntag 10. Februar 2019, 11:35

Zwischenstand der bisherigen energetischen Umbaumaßnahmen

2018 konnte ich die Berichte zu den bereits durchgeführten energetischen Maßnahmen abschließen. Hat jetzt doch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen alle umgesetzten Arbeiten aufzulisten. Anbei eine Zusammenfassung und ein erstes Fazit.
Bezugszeitpunkt ist mit Ende 2016 noch etwas weiter in der Vergangenheit. Hintergrund sind die doch sehr milden Winter der Jahre 2017 und 2018. Zusätzlich hat sich an der Lebenssituation der Bewohner etwas geändert. Da wir 2017 und 2018 weitere Renovierungen vorgenommen haben, benötige ich für die Auswertung der reinen Energiesparmaßnahmen für diesen Zeitraum noch etwas Zeit. Es ist jedoch schon jetzt erkennbar, das der Energieverbrauch weiter zurück geht.

Wo stehen wir aktuell beim Endenergieverbrauch: (260 m² beheizte Wohnfläche)
Ausgangspunkt (nur Altbau): 3600 Liter = 27,27 Liter / m² (wenn nur beheizte Fläche, dann 30 Liter / m²) = 293 kWh / m²
Ausgangspunkt (incl. Anbau): 4900 Liter = 18,85 Liter / m² = 199 kWh / m²
Stand 31.12.2016: 2300 Liter = 8,85 Liter / m² = 93 kWh / m²

Einsparung: 2600 Liter = ca. 53%


Bisherige Energiesparmaßnahmen: (Kosten / Einsparung)
Absenkung Heizkreistemperatur: 0 € / 400 L
Erweiterung Wohnfläche: 920 € / 0 L
Einbau Thermostate, Hydraulischer Abgleich: 153 € / 300 L
Wärmetauscher Kachelofen: 800 € / 0 L
Erneuerung Ölheizung: 1.860 € / 700 L
Isolierung Haus: 9.000 € / 800 L
Solarthermieanlage: 2.420 € / 400 L
Solarthermieanlage, Zwischenschritt: 600 € / 0 L
Invest: 15.753 € / 2600 L

Mittlere Kosten für Heizöl ca. 0,75€ / L

Einsparung:
2600L * 0,75€ = 1.950€/a

Amortisation = Invest : Einsparung = 15.753€ : 1.950€ = 8,078

Amortisierungsdauer: ca. 8 Jahre


Für alle bisher durchgeführten Energiespar-Maßnahmen wurden keine Kredite aufgenommen. Ebenso wurden bisher keine Fördermittel beantragt. Fast alle durchgeführten Maßnahmen haben sich gerechnet und sind abgeschrieben. Wir haben diese Abschreibung in den meisten Fällen auch schneller erreicht als ursprünglich von mir kalkuliert. Ausnahme bildet die Isolierung des Hauses mit einer Amortisierungszeit von ca. 16 Jahren sowie die Photovoltaikanlage. Auch hier haben wir das Ziel noch nicht erreicht, sind aber auch bei dieser Maßnahme auf einem sehr guten Weg. Die Anlage wurde Ende 2011 in Betrieb genommen. Nach aktuellen Berechnungen geht die Anlage spätestens Ende 2019 in die Gewinnzone. Das wäre 2 Jahre früher als berechnet. Bei Optimierung des Eigenverbrauches kann dies aber auch noch früher der Fall sein. Die Photovoltaikanlage sehen wir nur als Anlage- und nicht als Energiesparobjekt. Bei dieser Maßnahme wird zwar in Summe CO2 bei der Erzeugung eingespart, jedoch auf unseren Haushalt bezogen erfolgt keine Reduzierung des Stromverbrauches. Deshalb ist diese Anlage nicht bei den Energiesparmaßnahmen aufgelistet.

Wenn man die größere Maßnahme "Isolierung des Hauses" herausrechnet, sieht die Bilanz sogar noch besser aus:
Einsparung:
1800L * 0,75€ = 1.350€/a

Amortisation = Invest : Einsparung = 6.753€ : 1.350€ = 5,002

Amortisierungsdauer: ca. 5 Jahre

Gerade zum Thema "Isolierung der Hausfassade" gab (gibt) es sehr unterschiedliche Meinungen. Als wir vor mehr als 16 Jahren uns stärker mit dem Thema Energiesparen beschäftigt haben, hat fast jeder "Energieberater" zuerst auf eine "vernünftige" Isolierung des Hauses verwiesen. Die Isolierung der Gebäudehülle wäre die Grundlage zur Bestimmung des zukünftigen Energieverbrauches. Danach könnte man detailliert sehen, welche weiteren Schritte unternommen werden sollen. Hintergrund war wohl, das man der Gebäudeisolierung die meiste Einsparung zuwilligte. Danach sollte vor allem auch erkennbar sein, welche Leistung eine neue Heizungsanlage überhaupt noch benötigt. Diesen Weg kann ich, zumindest aus finanzieller Sicht, so nicht bestätigen. 800L Einsparung sind zwar ein sehr guter Wert, die Maßnahme hätte sich aber bei uns erst nach über 40 Jahren gerechnet. Das diese Maßnahme durchaus sinnvoll ist wird von uns nicht bestritten. Da wir die Fassade des Bestandsgebäudes renovieren mussten, auch wegen dem zusätzlichen Anbau, haben wir in diesem Zuge die Isolierung des Gebäudes mit umgesetzt. Der Reinvest schrumpft dadurch von über 40 Jahren auf ca. 16 Jahre. In den der Nordseite zugewandten Zimmern des Bestandsgebäudes hat sich danach ein wesentlich besseres "Wohlfühl-Wohnerlebnis" eingestellt. Richtig durchgeführt ist auch Schimmel "kein Thema". Interessant in diesem Zusammenhang ist, das in der damaligen Zeit wir bei allen Empfehlungen, Beratungen nie nur ansatzweise eine Zahl zur Verbrauchsreduktion erhalten haben. Selbst in dem von der Bundesregierung unterstützten energetischen "Gutachten" des Bestandsgebäudes finden sich zwar viele Hinweise und ein möglicher Endwert (in %) nach Umsetzung aller Maßnahmen, jedoch keine energetische Bewertung von Einzelmaßnahmen.
Durch die Voranstellung einer solchen, als Einzelmaßnahme teuren Investition, wird Energiesparen eher gebremst. Dies ist die Erfahrung / Rückmeldung aus Gesprächen im Bekanntenkreis bzw. anderen Hausbesitzern. Als Beispiel dient hier unsere alte Heizungsanlage. Diese hatte einen wesentlich höheren Primärenergieverbrauch als unser Haus tatsächlich benötigte. Meine eigenen sowie die Erfahrungen aus dem Freundeskreis zeigen, das kleine, sehr preiswerte und somit bezahlbare Schritte diesen "Überschuss" schnell einsparen können. Wenn dies in jedem Bestandsgebäude durchgeführt würde, hätte man sehr schnell eine ansehnliche Ersparnis in Deutschland. Die Luft wird, mit jedem bereits eingesparten Liter Heizöl natürlich, für teure Maßnahmen immer "dünner". Vielleicht hat man deshalb immer die Maßnahme "Hausisolierung" an erster Stelle bei der Energieberatung genannt. Wir konnten allerdings auch Hausbesitzer kennen lernen, die ohne Isolierung des Hauses ihren Energieverbrauch um 70-80% reduzieren konnten. Es geht also auch anders. Dies zeigt auch das hohe Potential der heute auf dem Markt verfügbaren Techniken. Leider wird dies bei den Fördermitteln noch nicht so sehr honoriert.
Um ein Gebäude energetisch vernünftig sanieren zu können, benötigt man auf jeden Fall fachlichen Rat. Hier sind wir (ich) viel zu "blauäugig" vor ca. 16 Jahren in das Thema Energiesparen eingestiegen. Vielleicht ist ein wichtiger Grund bei uns selbst zu suchen. Im Prinzip hat uns der Verbrauch unseres Hauses damals nicht so sehr interessiert. Außerdem hatten wir die Meinung, das neue Technik immer Energie spart. Zudem wurden ja immer "Fachleute" mit den Umsetzungen von Reparaturen usw. beauftragt. Erst etliche Jahre später wurde uns bewusst, das man selbst aktiv sein muss. Insgesamt konnte ich aber in den letzten Jahren feststellen, das die Beratungsqualität zugenommen hat. Über das Internet gibt es zwischenzeitlich sehr gute Möglichkeiten sich vorab zu informieren. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn keine Lösung von der Stange erwünscht oder machbar ist. Potential sehe ich noch bei den Handwerksbetrieben. Gute Beratungsleistungen habe ich auch hier zwischenzeitlich bekommen. Aber nur, wenn ich die "richtigen Fragen" gestellt habe. Hier hat das Handwerk, aus meiner Sicht, noch Potential nach oben.
Anmerkung: Bis heute hat von den anwesenden Heizungsfachfirmen keine einzige! auf den notwendigen hydraulischen Abgleich hingewiesen oder nachgefragt, ob ein solcher Abgleich bei meiner Anlage überhaupt schon gemacht wurde. Eigentlich erschreckend, wo doch heute fast überall von dieser Maßnahme, und seinem Spareffekt, gesprochen wird.

Energiesparen hat sich in den letzten Jahren bei mir zu einem kleinen Hobby entwickelt. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind auch die vielen Gespräche und der Erfahrungsaustausch mit anderen Energiesparern. Deshalb haben wir uns auch zwischenzeitlich Ziele beim Energiesparen gesetzt. Ziele, die nach meinen bisherigen Erfahrungen und Kenntnissen, auch ohne große Probleme realistisch mit unserem Gebäude erreichbar sind.

Ziele (für Heizung und Warmwasser) beim Endenergieverbrauch sind:
1. Minimalziel: 1300 Liter für 260m² = 5 Liter / m² = 53 kWh / m²
2. Wunschziel: 780 Liter für 260m² = 3 Liter / m² = 32 kWh / m²

Die Maßnahmen, um das Minimalziel zu erreichen, habe ich bereits identifiziert. Bei den nächsten Renovierungsarbeiten werden diese mit umgesetzt. Nach ersten Berechnungen und eingeholten Angeboten werden sich diese Maßnahmen innerhalb von 10 Jahren rechnen. Diese Wirtschaftlichkeit ist zwar bei uns kein oberstes Ziel mehr, jedoch streben wir es immer noch an. Wir werden zukünftig an der ein oder anderen Stelle Maßnahmen umsetzen, die mit ihrem Re-Invest >10 Jahre liegen werden. Dies gilt vor allem für das Wunschziel. Wir haben den Ehrgeiz, dieses zu erreichen. Um das Wunschziel zu erreichen, oder evtl. sogar einen noch besseren Wert, muss ich noch verschiedene Punkte anschauen und kalkulieren. Das Wunschziel wird ohne Fördergelder auch nicht annähernd innerhalb einer 10jährigen Amortisierungszeit zu erreichen sein. Allerdings sind die Fördermöglichkeiten aktuell wirklich sehr gut. Das wollen wir nun auch nutzen. Der Nachteil ist allerdings, das die Maßnahmen in der Regel vor dem Start beantragt sein müssen und dann nur eine kleine Umsetzungsfrist vorhanden ist. Hier werden wir deshalb die ein oder andere vorgesehene Maßnahme schneller umsetzen.
Einen negativen Punkt, im Hinblick auf das "Energiesparen", gibt es jedoch noch bei uns. Wir haben einen Kachelofen (im Bestandgebäude) und einen Heizkamin in unserer Wohnung in Betrieb. Obwohl wir den Holzverbrauch schon merklich minimiert haben, bei gleichem Wohlbefinden der Bewohner, wird noch immer mehr Holz verbrannt als eigentlich notwendig ist. Die Regelung erfolgt noch viel zu häufig über: "Fenster auf" - "Fenster zu" und nicht über "weniger Holz auflegen". Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Beim Primärenergieverbrauch sieht es etwas besser aus. Hier kommt das Thema "erneuerbare Energien" zum Tragen.
Folgende Faktoren habe ich angesetzt:
Öl = 1,1
Holz = 0,2
Solarthermie = 0

Ausgangspunkt (incl. Anbau): 4900 Liter = 18,85 Liter / m² = 219 kWh / m² (nur Öl)
Stand 31.12.2016: 2300 Liter = 8,85 Liter / m² = 68 kWh / m² (Mix Öl / Holz / Solar)

Ziele (für Heizung und Warmwasser) beim Primärenergieverbrauch sind:
(bessere Einbindung Solarthermie und Holz angestrebt)
1. Minimalziel: 1300 Liter für 260m² = 5 Liter / m² = 27 kWh / m²
2. Wunschziel: 780 Liter für 260m² = 3 Liter / m² = 12 kWh / m²

Die Kosten für die Heizenergie (ohne Stromkosten für die Pumpen) lagen Ende 2016 bei ca. 1800 €
Als Minimalziel werden 100 € / Monat angepeilt (1200 € / Jahr)
Wunschziel wären 50 € / Monat (600 € / Jahr) für Heizenergie.

Allgemein
Auch in unserem Gebäude ist der Energiebedarf für das Heizen usw. der größte Block. Natürlich haben wir auch die anderen Standards beim Energiesparen in der Vergangenheit umgesetzt. Da wären z.B.
- Umrüstung auf LED-Beleuchtungstechnik
- sparsame Haushaltsgeräte (auch was den Wasserverbrauch angeht)
usw.
Ersparnisse sind zwar durch die neue(n) Technik(en) vorhanden, jedoch bei weitem nicht so hoch wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Unser Stromverbrauch steigt, trotz Energiesparmaßnahmen, immer weiter an. Dies ist hauptsächlich am absoluten Verbrauch zu erkennen. Dies geht u.a. auf Änderungen im Nutzerverhalten zurück.
- die Aufenthaltsdauer im Gebäude steigt (Bewohner gehen in Rente = höhere Nutzung der Küche und deren E-Geräte, Beleuchtung)
- Pflegefall (mehr Wäsche usw.)
- Home Office - immer mehr Arbeit wird nach Hause verlagert, PC werden immer "leistungshungriger" (und damit zum Stromfresser)


Aktuelles Fazit
Das bereits erreichte Ergebnis ist gut, aber nicht überragend. Positiv ist, das sich mit nur sehr geringem Mehraufwand bei den bisher angestandenen Renovierungsarbeiten bereits solch ein Erfolg eingestellt hat. Hätten wir rechtzeitig eine fachlich bessere Beratung gehabt, wäre unser Minimalziel von 1300 Liter Ölverbrauch bereits heute erreichbar gewesen. Und dies ohne große Mehrausgaben. Das ist die negativ gewonnene Erkenntnis aus den letzten Jahren. Bei 1300 Liter Ölverbrauch hätten wir eine Ersparnis von ca. 73 Prozent. Dies wäre ein klasse Wert. Und dieses Ziel wird auch als nächstes angepeilt. Folgende Punkte haben geholfen das aktuelle Ziel zu erreichen:
- Energiesparmaßnahmen in anstehende Renovierungsarbeiten mit einbinden.
- bei größeren energetischen Sanierungen einen guten Energieberater bzw. Fachmann einschalten.
- Regelmäßige Dokumentation der Energieverbräuche. Bewertung der durchgeführten Maßnahmen.
Diesen eingeschlagenen Weg werden wir auch in Zukunft weiter verfolgen.
Energiesparer26990
 
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PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen - 11.Update

Beitragvon Energiesparer26990 » Montag 25. März 2019, 17:28

Update zum Heizen

Die letzten Jahre beschäftigen wir uns bereits intensiver mit dem Thema, welche Heizung zukünftig in unser Haus eingebaut werden soll. Bei diesen Überlegungen schauten wir auf alle Energieträger (Ölbrennwert, Gasbrennwert, Pellets, Holz, Wärmepumpe......)
Zwischenzeitlich hat unser Niedertemperatur-Ölkessel 24 Betriebsjahre hinter sich. Er läuft noch immer hervorragend. Durch den Schornsteinfeger werden uns Jahr für Jahr bei der Überprüfung sehr gute Messwerte bestätigt. Bisher hatten wir einen Austausch eines Gerätes immer erst bei einem Defekt, oder zu hohen Reparaturkosten, vorgesehen. Aktuell gibt es jedoch sehr gute Fördermöglichkeiten für unterschiedliche Technologien u.a. von der Bafa, Kfw, den Ländern usw. Dies macht einen Austausch auch ohne Defekt des Gerätes sehr attraktiv. Deshalb soll spätestens 2020 hier der Umbau erfolgen. Eines ist jetzt schon entschieden:
Mit dem nächsten Gerät wollen wir uns vom Öl als Endenergieträger verabschieden. Moderne Systeme, z.B. Wärmepumpen, benötigen jedoch u.a. niedrige Systemtemperaturen. Hier haben wir aktuell jedoch das Problem, das noch nicht alle Heizkörper gegen Flächenheizungen ausgetauscht wurden. Deshalb habe ich die Heizperiode der beiden letzten Winter genutzt, um verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Heizungsparametern durchzuführen. Unter anderem wollte ich sehen, wie weit die Vorlauftemperaturen in den noch nicht renovierten Räumen abgesenkt werden können, ohne dass das Temperaturniveau unter den am Thermostat eingestellten Wert fällt.

Bei -3°C habe ich folgende Vorlauftemperaturen gemessen:
Fußbodenheizung: 29,5 °C
Heizkörper im Altbau: 38,2 °C

Bei -12°C habe ich folgende Vorlauftemperaturen gemessen:
Fußbodenheizung: 32,8 °C
Heizkörper im Altbau: 43,5 °C


Ergebnis:
Trotz der sehr niedrigen Vorlauftemperatur im Heizkörperkreislauf, können die Temperaturen in fast allen Zimmern gehalten werden. Ausnahme bilden folgende Zimmer:
1. Wohnzimmer mit 50m² und Wintergarten im "Altbau" - da nur noch 1 Heizkörper installiert ist, werden hier nur 19°C erreicht.
Zuheizung erfolgt deshalb über Kachelofen. Wenn dieser nicht in Funktion ist, ist es definitiv für die "ältere Generation" zu kalt.
Hier werden wir vermutlich 2-gleisig renovieren:
Im Wintergarten Nachrüstung einer Fußbodenheizung
Im Wohnzimmer Nachrüstung einer Deckenheizung
2. Bad (Altbau) - hier werden nur 20°C erreicht. Definitiv auch zu kalt.
Hier könnte eine temporäre Zuheizung mit einem Heizlüfter erfolgen.
Bei der anstehenden Renovierung in 2020 wird im Bad eine Deckenheizung sowie eine Wandheizung im Bereich
der Dusche installiert. Der Fußbodenaufbau ist für eine Bodenheizung leider zu gering. Eine elektrische
Fußbodentemperierung ist vielleicht eine Alternative.

Die bisherigen Versuche zeigen, das die Anfang der 70er Jahre installierten Heizkörper mehr als "großzügig" ausgelegt wurden.
Die damalige Auslegung war auf 80 / 70 / 60 abgestimmt. Das Dachgeschoß war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht isoliert. Im Dachgeschoß werden deshalb die Renovierungsarbeiten vorerst nicht durchgeführt. Kleinere Anstriche mal abgesehen. Die vorhandenen Heizkörper können auch sehr niedrige Vorlauftemperaturen noch problemlos verkraften. Ich werde hier noch versuchen, die unterste Grenze auszuloten. Normalerweise sind -12°C und kälter die Ausnahme. Deshalb werden wir eine Wärmepumpe stärker in unsere Auswahl nehmen.


Nachtrag zum 10.Update
Da die Begriffe "Primärenergie" und "Endenergie" für die Bilanzen sehr wichtig sind, habe ich diese nachträglich im Text angepasst. Bisher habe ich in allen Texten nur Angaben zum "Endenergieverbrauch" gemacht. Zum Primärenergieverbrauch und den Heizkosten habe ich noch zusätzliche Infos eingefügt. Ebenso die Werte "kWh/m²" um den Vergleich zu einem Kfw-Haus zu ermöglichen.
Energiesparer26990
 
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