PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Hier können Sie Ihr Energiespar-Projekt vorstellen.

Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon reichmannklemen » Mittwoch 14. Februar 2018, 10:03

Sieht alles sehr interessant aus. Aber wie macht ihr das alles mit den Genehmigungen?
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Re: PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen

Beitragvon Energiesparer26990 » Sonntag 18. Februar 2018, 12:04

Nicht für jede Maßnahme wird eine Genehmigung benötigt. Ich hatte mich vorab bei folgenden Stellen informiert:

Baumaßnahmen
Bauamt der Gemeinde oder Stadt bzw. bei Gemeinden auch das zuständige Bauamt der Kreisverwaltung.

Veränderungen an der Heizung, Einbau von Kachelöfen usw.
Zuständiger Bezirksschornsteinfeger.
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PLZ 6 - Doppelhaus - energetische Maßnahmen - 8.Update

Beitragvon Energiesparer26990 » Sonntag 25. November 2018, 13:39

Installation Photovoltaik

Nach einer längeren Pause möchte ich mit den bereits umgesetzten Maßnahmen fortfahren. Eigentlich gehört das Thema Photovoltaik hier nicht aufgelistet. Im Forum wollte ich eigentlich nur von Maßnahmen zur Energieeinsparung an unserem Gebäude berichten. Die Montage der Anlage hatte jedoch Auswirkungen auf eine bereits durchgeführte Energiesparmaßnahme. Deshalb nehme ich den Punkt mit auf und gebe ein paar Infos darüber.
Seit 2009 hatten wir uns intensiver mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt. Die Anlage war zum damaligen Zeitpunkt definitiv nicht zum Energiesparen vorgesehen, sondern als ein guter Invest gedacht. Die Einspeisevergütungen sowie auch die Vergütungen bei "Eigenverbrauch" waren immer noch lukrativ. Allerdings wollten wir auch nicht "falsch investieren". Der Markt war bereits zu diesem Zeitpunkt sehr breit aufgestellt. Auch hier war es wieder eine "Herausforderung", die Angebote der verschiedenen Anbieter nach "Gut" und "Schlecht" zu differenzieren. Wie groß diese Herausforderung werden würde, zeigte sich sehr schnell in den angeforderten Angeboten. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage war ein sehr wichtiges Thema. Nicht jeder Lieferant hat uns ein, nachvollziehbares, Berechnungsmodell vorgelegt. Dachneigung, Verschattung des Gebäudes usw. spielen bei der Photovoltaik natürlich eine genau so große Rolle wie bei der Solarthermie. Da wir bereits hervorragende Ergebnisse mit der Solarthermie sammeln konnten, war uns um die Rentabilität der Photovoltaikanlage eigentlich auch nicht bange. Dieses Gefühl änderte sich mit den doch sehr unterschiedlichen Angeboten und vor allem auch den zur Verfügung gestellten Informationen der unterschiedlichen Anbieter. Nicht alle Fragen wurden von jedem Anbieter beantwortet. Leider ist auch in dieser Branche das Motto "Verkauf vor guter Beratung" ein Wegbegleiter. Als Endkunde hatte ich mir das einfacher vorgestellt. Die Energieberater hatten eine durchaus gemischte Meinung zur Photovoltaik. Im Nachgang kann ich die Argumentation auch nachvollziehen. Wir hatten uns aus oben genannten Gründen fast 2 Jahre für unsere Entscheidung Zeit gelassen. Messebesuche, Rückfragen bei Firmen, Internetrecherche. Wir versuchten auch bei diesem Thema vieles, um unser Wissensdefizit zu reduzieren. Die doch sehr vielen "Fallstricke" bei der Installation einer solchen Anlage, haben uns auch immer wieder in dieser Zeit unseren Invest überdenken lassen. Schließlich ging es auch darum, das eine sehr gut funktionierende Solarthermie-Anlage an ihrem Standort demontiert werden musste. 2011 war es dann soweit. Wir hatten uns für die Installation einer Anlage entschieden. 5,15 kWp sollte die Anlage bekommen. Der Ertrag nach der Installation war so gut, das wir 2012 die Anlage nochmals, auf dann 6,6 kWp, erweitert haben.

Die Daten unserer Photovoltaik-Anlage:
Firma: Bauer, Baujahr 2011, Erweiterung 2012
Modulleistung: 185 Wp
Anzahl der Module: 36
3 Stränge
Leistung: 6,664 kWp (nach der Erweiterung 2012)
Neigung: 45°
Ausrichtung: 150°
Generatorfläche: 45,96 m²
Verschattungsverluste: 6,67%
Verkabelungsverluste: 0,32%
2 Wechselrichter (2kW + 4kW) Firma Oelmaier
Aktives Kühlsystem für Wechselrichter
Monitoring System für Anlagenüberwachung
Versicherung (Minderertrag usw.)
Energiespeicher: nicht vorhanden

ToDo
Neuverteilung der Energieverbraucher (Tagesverbraucher) auf die 3-Phasen des 400V-Netzes

Kosten:
Gesamtkosten (incl. Gerüst usw.): 19.000 €
Jährliche Betriebskosten: 24 €
Neuverteilung der Energieverbraucher: 0 € (Eigenleistung)
keine Kreditaufnahme für diese Maßnahme

Berechnete Amortisation = 11 Jahre

vermutliche Amortisierungsdauer: ca. 8,8 Jahre

Vorläufiges Fazit
Mit der berechneten Amortisierungsdauer von 11 Jahren waren wir 1 Jahr außerhalb unseres max. angestrebten Reamortisierungszeitraumes von 10 Jahren. Jedoch war die angestrebte Leistung der Anlage in der Berechnung sehr konservativ angesetzt. Im Vertrag war zusätzlich eine Versicherung enthalten, die einen möglichen Unterertrag (Störungen in der Anlage usw.) ausgleicht. Dies hat sich im Nachgang als positiv erwiesen. Mit den installierten PV-Modulen sind wir qualitativ zufrieden. Jedoch nicht mit den installierten Wechselrichtern. Die Wechselrichter mussten in der Anfangszeit bereits 2 mal ausgetauscht werden. Zusätzlich wurde nachträglich, zu Lasten der Installationsfirma, eine aktive Kühlung der Wechselrichter nachgerüstet. Positiv war hierbei die nachträgliche Investition in ein Anlagenmonitoring. (wurde mit der Anlagenerweiterung installiert) Erst über die konsequente Auswertung der Anlagendaten haben wir Abweichungen bemerkt und dies umgehend der Firma mitgeteilt. Nur so konnten wir der Installationsfirma die Probleme mit den Wechselrichtern aufzeigen. Die Firma behob die Schäden zu eigenen Lasten und letztlich auch zu unserer Zufriedenheit.
Ein kleines Manko erkannten wir auch erst nach Installation der Anlage. Die beiden Wechselrichter waren nicht auf alle 3 Phasen der 400V-Versorgung des Hauses aufgeschaltet, sondern nur auf die ersten beiden Phasen. Wir hatten uns Anfangs über einen relativ schlechten "Eigenverbrauch" gewundert. Dieser war bei ca. 8-9% sehr tief gelegen. Deshalb habe ich mir die Stromverteilung unseres Hauses tiefer angeschaut. Sehr schnell war klar das wichtige Energieverbraucher, die hauptsächlich tagsüber laufen, auf Phase 3 angeklemmt sind. Ich habe ein neues Lastverteilungsprofil erstellt und die Verbraucher neu angeordnet. Das Ergebnis ist ein Anstieg des Eigenverbrauches auf 21-23%. Diese Arbeit kann man sich unter Umständen sparen, wenn ein 3-Phasen-Wechselrichter in der Anlage verbaut ist. Damit dies gelingt, ist allerdings die Größe der Photovoltaik-Anlage ein wesentlicher Faktor.
Die Anlage läuft, wie nicht anders zu erwarten, besser als der prognostizierte Jahresertrag. Stand November 2018 erwarten wir die Amortisation in 2020 und somit bereits nach 8,8 Jahren. Zwischenzeitlich beschäftigen wir uns auch mit der Energiespeicherung. Hier war es gut, erst einmal ab zu warten und den Markt zu beobachten. Die Preise für Speicher sinken kontinuierlich. Dies ist auch der steigenden E-Mobilität zu verdanken. Deshalb sind bereits Überlegungen für die Zukunft gestartet, wie wir unsere Anlage von einem Anlageobjekt nun energetisch sinnvoll in das Gesamtsystem einbinden können.
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