Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - Tagebuch und News

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WäPu2014
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 09/2020

Beitrag von WäPu2014 »

September 2020


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Die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor verändert sich nur marginal. Der Verbrauch von Biodiesel erhöhte sich um 1 Prozent, Bioethanol wurde geringer nachgefragt und Biomethan bleibt konstant bei niedrigem Anteil.
Quelle Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/k ... #uberblick

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"Kann Biomethan auftrumpfen?" fragt sich finanzen.net und beantwortet dies mit Blick auf nicht näher genannte Studien mit einem klaren JA. Und je nach Vergleich punktet der Antrieb mit Verfügbarkeit und bester Umweltbilanz über die Gesamtlebenszeit des Fahrzeugs. Es geht eben nicht um die Emission am teils nicht vorhandenen Auspuff sondern um die Klimabilanz über das gesamte Autoleben - von der Produktion des Fahrzeugs und des Kraftstoffes über Transport, Lagerung und Verbrauch bis zum Lebensende.
https://www.finanzen.net/nachricht/geld ... nz-9273385

Eine dieser Studien stammt vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI aus dem September 2019. Die Ergebnisse über die Lebenszeit verschiedener PKW- und LKW-Antriebe sprechen für sich. Biomethan aus Stroh, organischen Reststoffen oder Gülle können in den nächsten 20 Jahre einen höheren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr leisten als 100% Ökostromer.
https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse ... w-lkw.html
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Am Flughafen München fährt seit kurzem ein Bus mit einem innovativen Antriebskonzept. Ein mit Biomethan betriebener Motor erzeugt Strom und speichert diesen in einer kleinen Batterie. Auch Bremsenergie wird an der Batterie zurück geliefert. Der Motor läuft immer im optimalen Betriebsmodus, der Antrieb an den Achsen erfolgt ausschließlich durch die Elektromotoren. So erreicht der Bus eine Reichweite von bis zu 800km und ist in wenigen Minuten neu betankt. Der Bus kommt ohne schwere Akkus aus und ist dank der Betankung mit Biomethan besonders umweltfreundlich.
https://www.aerosieger.de/news/14098/bi ... chen.html/

Der GRÜNE VERBRENNER
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Es gibt ihn - den umweltfreundlichen Verbrenner. Wir fahren ihn seit 2 Jahren und ohne jede EInschränkung. Kein ständig wechselndes Bezahlsystem, keine intransparenten Kosten, planbare Tankstellensituation, alltagstauglich ohne EInschränkung.
Noch mehr hier im Blog von CNG-Club:
https://www.cng-club.de/gruen_gruener_cng

Der nächste grüne Verbrenner - der Skoda Octavia g-tec.


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Wer umsteigt hilft der Umwelt, das ist unbestritten. An der Umfrage von Auto-Motor-Sport sieht man leider die völlig unberechtigten Vorurteile.
https://www.auto-motor-und-sport.de/neu ... asantrieb/
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Freitag 23. Oktober 2020, 17:21, insgesamt 3-mal geändert.
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WäPu2014
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 10/2020

Beitrag von WäPu2014 »

Oktober 2020

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AEE hat einen PODCAST zur Mobilität der Zukunft aufgelegt. Ich habe mir alle 6 Folgen angehört. Manchmal mühsam, mal informativ und kurzweilig. Für alle die die verschiedenen Meinungen bezüglich des Weges in die Klimaneutralität des Verkehrssektors bis 2050 komprimiert bewerten möchten, kann ich diese Folge mit Günter Hörmandinger, stellvertretender Direktor bei Agora Verkehrswende, und Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie empfehlen.
Aus meiner Sicht wird hier deutlich, dass AGORA eine Denkfabrik ohne konkrete Verantwortung für Umsetzung und Gesetzgebung ist. Es ist ihre Aufgabe Szenerien zu entwicklen, bewerten und umsetzen müssen Politik und Industrie.
Das einseitige Setzen auf eine Technologie unter der Annahme dass man heute schon 10 Jahre in die Zukunft sehen kann halte ich für falsch. Als ich mich vor Jahren für den Ersatz meiner Ölheizung durch Wärmepumpe und PV-Anlage entschieden haben, war auch die ökonomische Entscheidung aufgrund der prognostizierten Preissteigerungen für Heizöl eine klare Sache. In der Realität ist Heizöl seit Jahren durch neue Förderungsmethoden und politische Krisen billiger als zum Zeitpunkt meiner Entscheidung. Damals war auch nicht absehbar, dass ich heute schon 100% Biomethan für eine Gasheizung beziehen kann. Unter ökonomischen Aspekten wäre das eine durchaus attraktive Alternative zu dem teuren Umstieg auf die Wärmepumpe gewesen.
Einseitige Festlegungen auf eine Technologie verhindern Innovation und Fortschritt. Man muss nutzen, was zum Zeitpunkt einer Entscheidung ökonomisch und ökologisch verfügbar und machbar ist sowie neue Ansätze fördern.
https://soundcloud.com/user-564290903/s ... raftstoffe

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12 neue CNG Busse von MAN fahren seit Oktober auf 3 Linien in unserer Nachbarkreisstadt Dachau im Probebetrieb. Aus meiner Sicht die richtige Entscheidung für den technischen Antrieb. Am Ende wird es sich entscheiden, für welchen Kraftstoff Dachau sich entscheidet. Erdgas reduziert zwar schon Lärm, Gestank und Ruß, ist aber nicht wirklich besser in der THG Bilanz als andere fossile Kraftstoffe. Erst mit Biomethan aus Abfall- und Reststoffen erreicht diese Technik derzeit die notwendigen THG Reduzierungen im ÖPNV. Keine andere Technik kann derzeit so schnell, so effektiv und ökonomisch einen positiven Klimabeitrag im Sektor beitragen. :!:
Zur Erinnerung: Berlin und München quälen sich noch mit ein paar wenigen Elektrobussen, während alleine Paris in den nächsten 2Jahren 400 Dieselbusse durch CNG Busse ersetzt und mit Biomethan betreiben möchte. Die Statdwerke Madrid mit knapp 700 CNG Bussen baut seine eigene Biomethananlage und will diese mit biologischen Abfällen der Stadt füttern. In Deutschland reden wir leider oft über späte Ziele und weniger über konkrete, bezahlbare und wirksame Maßnahmen. Ausgerecht das Technikland Deutschland verschliesst sich hier der Konkurrenz der Technologien.

https://www.busplaner.de/de/news/erdgas ... 55049.html

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Das "Schwäbische Tagblatt" bezeichnet Biomethan in einem Artikel als "Der vergessene Treibstoff". Bei etwa 80000 aktiven CNG PKW in Deutschland ist dies sicher angebracht. Warum es nicht so bleiben muss, wird im Artikel erläutert.
https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Der ... 0September

Das Fraunhoferinstitut hat Ende 2019 eine neue Studie zur "Klimabilanz, Kosten und Potenziale verschiedener Kraftstoffarten und Antriebssysteme für Pkw und Lkw" veröffentlicht. Diese Studie ist ziemlich unbemerkt geblieben und taucht erst jetzt in den Fachkreisen auf. Die Studie basiert auf Angaben von AGORA, IFEU, KBA und den Umweltämtern und ist derzeit die aktuellste zugängliche Studie zu dem Thema. Der CO2 Beitrag für die Akkukapazität kommt dabei mit 150 kg CO2e/kWh von AGORA Energiewende. Eine noch nicht veröffentlichet Studie aus den Niederlanden kommt bereits heute auf niedrigere Werte, allerdings liegt diese Studie wohl nicht öffentlich vor und ist bislang auch nirgends kommentiert worden.
https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse ... w-lkw.html

Für einen Mittelklasse-PKW haben wir die Zahlen auf Basis von realen Verbrauchswerten von Spritmonitor auf die in der Studie angegebenen 182000 km Lebenslaufzeit hochgerechnet. Die Werte beinhalten die THG Emissionen von Fahrzeugproduktion, Herstellung des Kraftstoffes, Transport, Lagerung und Verbrauch.:
  • Grünstromer: 14 Tonnen CO2e
  • Bio-CNG: 13 Tonnen CO2e
  • Mix-Stromer: 26 Tonnen CO2e
  • Diesel: 34 Tonnen CO2e
Aufbereitung als Grafik mit den Anteilen Produktion und Fahrbetrieb auf Instagram verfügbar.

Bei sinkenden Emissionswerten des Akku nähern sich die Werte dann weiter an. Ab etwa 125 kg CO2e/kWh Akkukapazität haben wir gleiche Emissionswerte unter der Annahme der gleichbleibenden Kapazität von 35 kWh in der Fahrzeugklasse.


Im Rahmen eines Auto-Abos hat der Youtube-Kanal "Ubi-testet" einen Seat Leon ST mit dem 1,5 TGI in der 2019er Version über 6 Monate getestet. Wir können sein Fazit in allen negativen und positiven Punkten voll und ganz bestätigen. Für uns war es die absolut richtige Entcheidung. Leider gab es für uns damals den TGI noch nicht in der FR Variante. Besonders bgeistert sind wir von der hervorragenden Abstimmung zwischen DSG und dem TGI Motor. Das macht einfach Spass bei niedrigem Verbrauch.
https://www.youtube.com/watch?v=2uAjF6NWBWA

Viele halten den Verbrenner bereits für tot und sehen die deutsche Automobilindustrie am baldigen Ende. Global betrachtet gibt es aktuell 1,6 Mrd. Verbrenner auf der Welt. Selbst wenn wir in Deutschland in den nächsten 10 Jahren 10-20% Martkanteil in den Neuzulassungszahlen erreichen und bis 2030 10 Mio. E-Fahrzeuge incl. der wenig klimawirksame Plug-In-Hybride in Deutschland zugelassen sind, bleiben ohne drastische Maßnahmen ca. 40 Mio Verbrenner. Viele davon releativ neu und entsprechend noch lange im Betrieb. Der größte und wichtigstes Markt für die deutsche Automobilindustrie China hat die Abkehr von der Elektro-oder-Nix Doktrin bereits beschlossen und setzt über entsprechende Grenzwerte auf die technische Konkurrenz der Lösungen. Wenn wir annähernde Klimaneutralität im Verkehr erreichen wollen, müssen wir uns auch Lösungen für den Bestand überlegen. THG-arme Kraftstoffe müssen dafür in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Kosten verfügbar gemacht werden, sonst werden die fossil betriebenen Verbrenner noch Jahrzehnte ihren negativen Beitrag zur Klimabilanz beitragen. Dazu 2 Artikel von NTV zu synthetischen Kraftstoffen bei Porsche

https://www.n-tv.de/22101062

und von Fokus zur Situation in China.

https://www.focus.de/auto/news/neue-aut ... 46397.html


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Wer sich für den stärksten Serien-CNG PKW interessiert, den es aktuell zu kaufen gibt, sollte sich die beiden Videos von https://www.youtube.com/asphaltart über den Audi A5 g-tron ansehen und sich einen Eindruck verschaffen. Mit dem hier angegebenen realen Durchschnittsverbrauch von 5 kg Bio-CNG auf 100 km kommt man auf eine THG Emission von ca. 32 Gramm/km CO2-Äquivalente. In diesem Wert ist die Vorkette der Kraftstoffproduktion enthalten. Bei den NOx Werten liegt ein CNG Fahrzeug ohne Filter bei etwa 60% eines 6d-Diesel mit SCR Kat und bei den Partikeln auf dem gleichen Niveau eines 6d-Diesel. Und das alles ohne AdBlue und günstigeren Kraftstoffkosten. KFZ-Versicherung und KFZ-Steuer sind deutlich günstiger als beim Diesel und die Servicekosten entsprechen nach unseren Erfahrungen dem eines Benziners. Die Mehrkosten gegenüber der Diesel-Variante sind schnell eingefahren. Gerade in der Langstrecke ist CNG aufgrund des Tankstellennetzes an den Autobahnen kein Problem. Allerdings gibt es tatsächlich einige wenige weiße Flecken ohne CNG Tankstelle auf der Deutschlandkarte. Also vorher die Situation in der direkten Umgebung prüfen. 7 Liter Reservetank mit Benzin ist sicher keine dauerhafte Lösung. :D

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Die Grafik verdeutlicht die verwendeten Kraftstoffe im deutschen Verkehr in 2019. Es zeigt sich, daß Biomethan in 2019 schon einen Anteil von 32% am CNG Verkauf hatte. Das hat sich in 2020 noch deutlich weiterentwickelt. Schade, daß die EU nicht wie die Schweiz diesen Beitrag zum Klimaschutz dem Flottenverbrauch anrechnet. Ab 2021 wären dann viele CNG Fahrzeuge für die begehrten Supercredits berechtigt. Leider gibt es das nur für die klimatechnisch zweifelhaften Hybride (PHEV) und batterieelektrische Fahrzeuge (BEV). Erst in 2023 kann dies geändert werden.
https://www.heise.de/hintergrund/CO2-Fl ... 43808.html

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Im Verkehr besteht noch sehr viel Potential für erneuerbare Energieträger. Biomethan hat hier noch einen sehr kleinen Anteil, steigt aber beständig an. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FREIE WÄHLER Regierungsfraktion im Bayerischen Landtag hat Erdgas Schwaben besucht und zeigt sich überzeugt, daß Biomethan einen Beitrag für die Klimawende im Verkehr leisten kann. Die FREIE WÄHLER in Bayern werden die Bio-CNG Mobilität weiterhin unterstützen.
https://www.stadtzeitung.de/region/mei ... 13144.html

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Eine Studie des Fraunhofer Institut belegt nun, was in anderen Ländern schon zum Ausschluss der Förderung gesorgt hat. Plug-In-Hybride helfen die Autokonzernen, führen zu noch höheren Systemleistungen, kosten den Steuerzahler viel Geld und hilft dem Klima genau Null. In der Regel haben die Hybride sogar aufgrund der fehlenden Nutzung der elektrischen Antriebe und durch das höhere Gesamtgewicht einen höheren Verbrauch und damit mehr CO2 Emission. Ein erneuter Betrug an Autofahrer, Steuerzahler und Klima. Nur diesmal nicht im Stillen der Konzemzentralen sondern auf besonderen Wunsch der Politik. Das Institut fordert ein Umdenken. Zum einen die Verbrennerleistung zu reduzieren und Förderungen an den nachweislichen Anteil elektrischen Fahrens koppeln.
https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse ... rauch.html

Auch CNG Fahrzeuge sind Hybride, aber im Gegensatz zu einem Plug-In-Hybrid wird man zur Nutzung des ökologischeren Antriebs gezwungen. Man kann weder den CNG Betrieb aktiv abwählen noch wird man durch einen großen Benzintank zum Fahren mit Benzin verleitet. Die hier zu erfahrenden THG, NOx und PM Werte sind real und nicht fiktiv. Wer sich also für ein ökologisches Dienstfahrzeug ohne wirkliche EInschränkung interessiert und ein BEV nicht in Frage kommt, sollte sich die CNG Modelle mal ansehen und nicht nur wegen der Förderung auf einen PHEV setzen.

Ich bleibe dabei, es gibt derzeit nur 2 Antriebsvarianten, die über die Lebenslaufzeit incl. aller Vorketten von Fahrzeug und Kraftstoff eine vergleichbar niedrige THG Emission haben: Ein reiner Ökostromer oder der grüne Verbrenner mit Bio-CNG.

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SEPURAN sieht aus wie Spaghetti ist aber eine Membran, die Biogas ganz ohne weitere Hilfsmittel von CO2 befreit und zu 99% reines Biomethan erzeugt, dass problemlos in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Basis für unseren Kraftstoff Bio-CNG.
https://notpasta.de/

Die Influencerin Louisa Dellert hat sich in einem Blog dem Thema Biomethan angenommen.
https://www.instagram.com/stories/louis ... flkf8bv7gk
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Sonntag 1. November 2020, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 11/2020

Beitrag von WäPu2014 »

November 2020

Stand: 30.11.2020

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Auch das Elektrovorzeigeland Norwegen kommt offenbar nicht ohne zusätzliche alternative Antriebe im ÖPNV aus. In Bergen pfeift es im Winter schon ganz ordentlich kalt daher. Bevor ich Dieselheizungen in Elektrobusse einbaue, macht doch ein CNG Antrieb mit Biomethan die bessere Figur. Daher setzt Bergen seit November 125 CNG-Busse ein und betreibt diese mit klimafreundlichem Biomethan. Vielleicht sollten sich das so manche Stadtwerke mal ansehen.
https://press.mantruckandbus.com/natuer ... er-bergen/

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Die dunkle Seite der Energiewende. Wie unser Wunsch nach dem Luxus sauberer und grüner Energie, die Umwelt mehr verschmutzen könnte, als die fossilen Technologien. Das Vorzeigeland Norwegen bezahlt seinen Elektrohype mit dem steigenden weltweiten Bedarf an fossilen Brennstoffen. Mit den Worten von Greenpeace Norway „Es ist wie wenn man Kokain verkauft, aber nicht für die gesundheitlichen Schäden verantwortlich sein möchte“. Die grüne Technologie wird die Umwelt nicht vor uns retten, das gelingt nur wenn wir unsere Ansprüche und Verhalten überdenken.
Ein Beitrag von ARTE Frankreich, verfügbar bis 23.01.2021
https://www.arte.tv/de/videos/084757-000-A/permalink

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Leider zeigt auch der nächste Artikel wieder die Unkenntnis der Politik im Zusammenhang mit gleichwertigen Alternativen zur Elektromobilität. Ich zitiere die Bundestagsabgeordnete der Grünen für den Wahlkreis Bamberg, Lisa Badum aus dem Artikel:“Tatsächlich kann man diese Kraftstoffe (gemeint sind E-Fuels) noch nicht an der Tankstelle kaufen. Derzeit könne der Verbraucher lediglich zwischen einem Elektroauto und einem fossilen Verbrenner entscheiden. Außerdem seien E-Fuels sehr teuer in der Herstellung und ineffizient". Also für mein Fahrzeug mit einem Verbrenner und Biomethan kann ich weder das eine noch das andere bestätigen. Ein Verbrenner ist naturgemäß im Nutzungsgrad nicht so effizient wie ein Elektroauto, kann aber in Kosten und Umweltverträglichkeit einem Ökostromer trotz der hohen Förderung problemlos das Wasser reichen.
Der Antwort auf meine Information für Frau Badum, dass es sehr wohl verfügbare Alternativen gibt, entnehme ich, dass Frau Badum von der Möglichkeit mit Biomethan ebenso klimafreundlich unterwegs zu sein, wie mit Ökostromern, noch nie etwas gehört hat. Sie hat denn auch CNG mit Wasserstoff verwechselt und berechtigterweise nach Tankstellen gefragt. Frau Badum ist die klimapolitische Sprecherin der der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und setzt sich besonders für die Energiewende ein.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/bo ... ln,SGWFrcE

Und mal wieder ein Blick auf die Entwicklung der CNG Mobilität in unseren Nachbarländern. Diesmal ein Interview mit dem Bereichsleiter „Verkehr“ des finnischen Energielieferanten GASUM. GASUM betreibt ca. 100 CNG Tankstellen in den nordischen Ländern und ist der größte Biogaserzeuger in Schweden und Finnland. Hier hat man CNG mit Biomethan als umweltfreundlichem Kraftstoff noch nicht ins Abseits geschoben sondern entwickelt das Geschäftsfeld beständig weiter.
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/pol ... tober_2020

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Die Schweizer LIDL-Gruppe möchte bis 2030 ihre Filialen fossilfrei beliefern. Dabei warten sie nicht etwa auf zukünftige Wasserstoff- oder Elektro-LKW sondern handeln jetzt. Dabei sind sie in guter Gesellschaft, denn auch CocaCola geht in der Schweiz einen ähnlichen Weg. 30 LNG LKW´s sind schon im Einsatz und sollen so schnell wie möglich mit Bio-LNG versorgt werden. Bislang git es aber noch keine Verflüssigungsanlage für Biomethan, aber daran wird intensiv mit Partnern und Wissenschaft gearbeitet. Jetzt kommen 2 CNG-LKW dazu, die sofort ausschließlich mit Biomethan einer regionalen Biogasanlage versorgt werden können.
https://www.euwid-energie.de/lidl-schwe ... iogas-lkw/
Für die letzten Kilometer setzt LIDL Schweiz übrigens auf Elektro-LKW. Das ist eine wirklich sinnvolle Kombination.

Auch der Spiegel liefert nun ein Loblied auf die CNG Mobilität am Beispiel des neue Skoda Octavia G-Tec. Fast noch interessanter sind aber die Kommentare, die im Gegensatz zu sonst der Technologie eher positiv gegenüberstehen und nicht entweder nur Fossil oder nur Elektro favorisieren.
https://www.spiegel.de/auto/fahrbericht ... kommentare

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Der neue FIAT Panda wird 2021 wieder mit CNG Antrieb geliefert. Als Motor kommt der bekannte 2-Zylinder Turbomotor zum Einsatz.

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CNG hat eine deutliche höhere Oktanzahl als Benzin oder Diesel. Man geht davon aus, dass bei Nutzung einer höheren Verdichtung im Zylinder eine bis zu 40% höhere thermische Effizienz erreicht werden kann. Natürlich lässt sich dies nicht 1:1 auf den Verbrauch umlegen, aber Potential besteht. Das Problem liegt in der schlechten Kaltstartfähigkeit von Methan. Daher wird der Motor bivalent ausgelegt, muss also Benzin und Methan verkraften. Daraus resultiert die Anpassung an die schlechtere Oktanzahl von Benzin. Es gibt bereits Techniken mit variabler Verdichtung über verstellbare Kolben. Aber das ist sehr aufwendig. Eine Kombination aus Plug-In-Hybrid und CNG Motor wurde zwar schon von VW und Skoda entwickelt, ist aber technisch ebenfalls sehr aufwendig, entsprechend teuer, das Fahrzeug wird noch schwerer und macht ökologisch bei Betrieb mit Biomethan wenig Sinn. Einen Mittelweg mit optimierten Motor und integriertem Mild-Hybriden hat die Firma IAV https://www.iav.com/ vorgestellt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Motor wird ausschließlich auf CNG ausgelegt, für Spitzenlast und Starthilfe unterstützt der Elektromotor, die Technologie des Mild-Hybriden ist ausgereift und durch die kleinere Batterie umweltfreundlicher und deutlich leichter. Einen Realverbrauch um die 3kg/100km halte ich für durchaus realistisch.

https://www.cng-mobility.ch/beitrag/die ... tober_2020

Es ist schon erstaunlich, was das UBA sich alles einfallen lässt, um die Biokraftstoffe aus dem Verkehrssektor zu drängen und die Elektro-oder-nix Strategie auf Teufel komm raus zur alleinigen Technologie der Klimawende im Verkehr durchzudrücken. Ein Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums für die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehr sieht jetzt sogar die Reduzierung der Biokraftstoffe in den nächsten Jahren vor. Damit soll der gesamte Verkehrssektor in den nächsten 5 Jahren keinen Beitrag zur CO2 Reduzierung leisten. Das widerspricht dem Klimaplan der Bundesregierung, den Vereinbarung mit der Wirtschaft, den zugesagten EU Klimazielen und der EU-Verordnung RED2. Noch interessanter ist, dass nicht nur Politik und die Biokraftstoffverbände sondern auch die Mineralölwirtschaft rebellieren. Hier 3 Kommentare aus unterschiedlichen Quellen zu dem Entwurf:

https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/ ... ehr-562752
https://www.cng-club.de/svenja_schulze_ ... schutz_ein
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/ser ... m-verkehr/

Argumentiert wird jetzt häufig mit falschen Investitionssignalen an die Wirtschaft. Dabei wird aber vergessen, dass Technologie sich im Feld entwickeln muss. Man kann keine zuverlässigen Aussagen über die Technologie in 10 bis 20 Jahren machen. Man erinnere sich an die euphorischen Aussagen zu Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie früherer Jahre, die Prognosen zur Preisentwicklung fossiler Energiequellen und den tatsächlichen aktuellen Sachstand. Ich glaube, dass wir auf keine verfügbare und fertig entwickelte Technologie verzichten können. Die Wasserstoffinitiative ist gesetzt, jetzt könnte man der Biomassewirtschaft ein verlässliches Umfeld für die nächsten Jahre anbieten, zumal viele Biogasanlagen der ersten Generation bald aus der EEG Umlage fallen. Allerdings benötigen die meisten Anlagen einen technischen Update samt Investition, um die Anforderungen an RED2 hinsichtlich der "fortschrittlichen" Biokraftstoffe zu genügen.
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Donnerstag 3. Dezember 2020, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 12/2020

Beitrag von WäPu2014 »

Dezember 2020

Stand: 31.12.2020

In den letzten Wochen haben ich versucht, 3 CO2- bzw. Mobilitätsrechner von einer Aufnahme von Biomethan als CNG Alternative zu überzeugen. Klima-Aktiv, die den CO2-Rechner für das Umweltbundesamt (UBA) verantworten, sowie der Spritmonitor prüfen jetzt aktiv die Möglichkeit Biomethan in ihre Rechner aufzunehmen. Als dritten Kandidaten habe ich hier im Energiesparkonto ein entsprechendes Feedback abgegeben. Offenbar ist das Thema noch nicht auf ausreichendes Interesse gestoßen. Bitte klicken Sie zur Unterstützung das Thema an und auch eine positive Antwort zum Thema ist hilfreich.

https://forum.energiesparkonto.de/viewt ... 0b105ba41f

Ich werde berichten, falls die Initiative tatsächlich zum Erfolg führt. Aus meiner Sicht ist es wichtig, das Thema auch in solchen Portalen als Alternative in der Auswahl bekannt zu machen. Vielleicht weckt das bei dem ein oder anderen Interesse.

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Die bereits größte CNG Busflotte der EU in Madrid wird um weitere 520 CNG-Busse bis 2023 vergrößert. Bis dahin sollen alle Diesel-Busse abgelöst sein und Madrid folgt damit dem Beispiel von Paris. In Koblenz werden seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember weitere 29 CNG-Busse eingesetzt und mit Biomethan betrieben.
Biomethan hat eine vergleichbare CO2-Bilanz wie andere umweltfreundliche Antriebe bei deutlich geringeren Tankzeiten bzw. höheren Reichweiten, einem geringen Infrastrukturaufwand und ausgereifter, langlebiger Technologie. Also beste Grundlage für einen umweltfreundlichen und bezahlbaren ÖPNV.
https://www.bus.man.eu/de/de/man-welt/m ... 27073.html


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Auch unser Bio-Bier Lieferant Lammsbräu aus Neumarkt setzt für seinen zu erneuernden Fuhrpark auf den umweltfreundlichen Kraftstoff aus organischen Abfällen. Der erste CNG LKW wurde nun an Lammsbräu übergeben. Auch hier überzeugte Preis/Leitung, die Umweltbilanz und eine Reichweite von mindestens 500km. Im Laufe der Zeit soll der gesamte Fuhrpark auf CNG und Biomethan umgestellt werden.
https://www.neumarktaktuell.de/news/lam ... 14-12-2020

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Auch VOLVO gehört zu den LKW Lieferanten, die sowohl CNG- als auch LNG Fahrzeuge anbieten. CNG- und LNG-LKW sind noch bis 2023 von der Maut befreit. Zusätzlich gibt es für die Anschaffung von Lkw mit CNG und LNG pauschal Fördermittel von 12.000 Euro. Pro Unternehmen ist der Zuschuss auf 500.000 Euro begrenzt. Das Förderprogramm ist bis zum Endes des Jahres 2020 befristet. Interessant ist folgender Artikel zum Vergleich Diesel zur CNG/LNG.
https://viewer.ipaper.io/volvo-trucks-h ... bericht/#/

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Die Stadtwerke Mühlacker gehören zu den Pionieren der Biomethanherstellung mit Einspeisung in das Erdgasnetz. Seit 2007 produziert man hier etwa 1/3 des Gasbedarfs der Stadtwerke. Verarbeitet werden Mais, die langblühende „Durchwachsene Silphie“, Gras und minderwertiges Getreide, das nicht für die Produktion von Nahrungsmitteln geeignet ist, im Jahr etwa 30.000 Tonnen. Seit November werden jetzt auch die beiden öffentlichen CNG-Tankstellen mit umweltfreundlichen Biomethan aus eigener Herstellung beliefert.
https://www.stadtwerke-muehlacker.de/sw ... anlage.php

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Es gibt neue Details von dem METAMAX genannten Antrieb aus unserem Novemberbericht. Mit 27 kg Gastank und einem Verbrauch von knapp unter 3kg/100 km soll eine Reichweite von 900 km im monovalenten Betrieb möglich sein. Dabei arbeitet ein Zwei-Liter-Motor mit 115 kW/156 PS mit zwei E-Motoren mit je 40 kW/54 PS und eine 2,5-kWh-Speicherbatterie zusammen. Durch die E-Motoren wird der Verbrenner im Teillastbereich entlastet und somit Restemissionen von unverbrannten Methan vermieden. Zudem ermöglichen die E-Motoren einen Platztausch von KAT und Turbo, ohne dabei ein schlechtes Ansprechverhalten zu generieren, wie bei einem reinen Verbrennerbetrieb. Solange die EU CNG/BioCNG nicht als alternativen Antrieb mit Anrechnung auf den Flottenverbrauch akzeptiert, bleibt diese Technologie aber wahrscheinlich ein ausgereiftes Konzept.

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Bild vom Energiehof Weitenau: http://www.energiehof-weitenau.de/start/
Und mal wieder ein Blick auf die Entwicklung der CNG Mobilität in unseren Nachbarländern. Diesmal ein Interview mit dem Bereichsleiter „Verkehr“ des finnischen Energielieferanten GASUM. GASUM betreibt ca. 100 CNG Tankstellen in den nordischen Ländern und ist der größte Biogaserzeuger in Schweden und Finnland. Hier hat man CNG mit Biomethan als umweltfreundlichem Kraftstoff noch nicht ins Abseits geschoben sondern entwickelt das Geschäftsfeld beständig weiter.
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/pol ... tober_2020

Bereits seit dem 1. Januar 2020 sind alle Autos, die mit Elektrizität, Wasserstoff oder einer Kombination von Treibstoffen angetrieben werden und weniger als 50 g/km CO2 ausstoßen, in Tschechien von der Vignettenpflicht befreit. Ab 01.01.2021 gilt dies nun auch für PKW mit CNG. Geht also auch in der EU.

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https://pbs.twimg.com/media/DiOvR5zXcAA4NhK.jpg
Die Gießener Verkehrsgesellschaft MIT.BUS hat ihre letzten Dieselbusse nun durch 8 neue CNG Busse ersetzt und ist nun die 3. Stadt in Deutschland, die ihren ÖPNV komplett klimaneutral mit Biomethan betreibt. Man mag es kaum glauben, wie schnell und einfach man Emissionen und Feinstaub nachhaltig reduzieren und trotzdem ÖPNV zu vernünftigen Preisen anbieten kann. Auch die Elektrobusse werden ihren Platz im Zusammenspiel der verschiedenen Anforderungen im ÖPNV finden, aber warum werden nicht zügig die Dieselbusse der städtischen Langstrecken durch CNG und Biomethan ersetzt? Eigentlich unerklärlich.
https://www.erdgas.info/artikel/detail/ ... len-oepnv/

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Die Firma SYNLAB hat sich im Rahmen der Erneuerung ihrer Dienstwagenflotte für 109 SKODA Octavia G-TEC Kombis entschieden, weil sich Ökologie und Ökonomie damit bestens vereinen. Jetzt noch gezielt eine der über 444 Bio-CNG Tankstellen anfahren und es passt.
https://flotte.de/artikel/110/16130/syn ... -koda.html
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Donnerstag 31. Dezember 2020, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 01/2021

Beitrag von WäPu2014 »

Januar 2021

Stand: 31.01.2021

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Bildquelle OrangeGas B.V.

Das holländische Unternehmen OrangeGas setzt auf Biomethan und andere erneuerbare Energien. Bereits 1/5 der CNG Tankstellen in Deutschland versorgt OrangeGas mit Hilfe seines deutschen Lieferanten Verbio mit Biomethan. Ende des Jahres 2020 erfolgte der nächste Expansionsschritt. OrangeGas übernahm Tankstellen im schwedischen Helsingborg und plant weitere 30 CNG Tankstellen in Schweden für 2021.
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/14338/


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Bildquelle CNG-Club/Verbio , zeigt unseren Strohbedarf für ca. 13000km umweltfreundliches Fahren.

Seit Anfang Januar werden auf jeden Liter Benzin oder Diesel 7 ct bzw. 8 ct CO2-Steuer erhoben. Nachhaltige Biokraftstoffe sind von dieser Steuer zunächst für 2 Jahre ausgenommen, so dass auch die nächste Erhöhung noch nicht den Preis an der Tankstelle verändern wird.
Danach hängt die CO2 Steuer von der nachhaltigen Herkunft des Ausgangsmaterials ab. Je nachhaltiger das Ausgangsmaterial desto weniger Steuer. Das sieht für Biomethan im Verkehr doch recht gut aus, da hier schon heute hohe Anforderungen an die verwendete Biomasse gestellt wird.
Wir können bestätigen, dass der CNG Preis sich an unseren Tankstellen gegenüber Dez. 2020 nicht verändert hat. Eine Tankstelle bietet aktuell sogar für 5ct/kg für 100% Bio-CNG niedriger an als 2020. Eigentlich gibt es nun keinen wesentlichen preislichen Unterschied mehr zwischen fossilem Erdgas und Biomethan. Somit besteht die Hoffnung, dass weitere CNG Tankstellenbetreiber auf Biomethan umsteigen.

Die erste BIO-LNG Tankstelle in Italien ist in Rimini in Betrieb genommen worden. Weitere 20 Projekte sind in Bau, genehmigt oder im Genehmigungsverfahren. Damit sollen die 3000 LNG LKW in Italien zukünftig mit umweltfreundlich Kraftstoff versorgt werden. Italien liegt auch bei LNG meilenweit vor den anderen EU Staaten. 83 LNG Tankstellen gibt es in Italien, gerade mal 39 in Deutschland. Selbst das eher CNG arme Frankreich kommt auf 48 LNG Tankstellen. Der Verkehr könnte auch in Deutschland seinen Beitrag zu den Klimazielen leisten, wenn man denn technologieoffen und vor allem gemeinsam in UBA und Verkehrsministerium agieren würde. Die EU Verordnung RED2 mit einer Erhöhung der Anteile an fortschrittlichen Biokraftstoffen im Verkehr wird in Deutschland nicht klimawirksam umgesetzt. Im Gegenteil, durch die 4-fach Anerkennung von Ladestrom auf die THG-Quote (übrigens ohne Verpflichtung zu erneuerbarer Quellen), wird eine CO2 Reduzierung nur auf dem Papier generiert und gleichzeitig das Angebot von Biokraftstoffen für die Mineralölfirmen uninteressant. Dies drängt Tankstellen und Technologie der Biokraftstoffe weiter aus dem Markt bzw. verhindert in den nächsten 10-20 Jahren klimawirksame Veränderungen im Verkehrssektor mit Hilfe von erneuerbaren Kraftstoffen der 2. Generation.
https://bizz-energy.com/das-umweltminis ... rtuell-ein

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Nur knapp 900 CNG Fahrzeuge hat BMW trotz hohem Werbeaufwand ab 1995 verkauft und daher das Programm bald wieder eingestellt. Trotzdem fahren einige dieser Fahrzeuge noch.
https://www.spiegel.de/auto/bmw-5er-e34 ... 4364e1290c

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Die Zeitschrift „Auto Motor Sport“ hat es im Dezember mal wieder nachgewiesen - mit CNG und Biomethan fährt man nicht nur umweltfreundlich sondern auch günstig. 5 Kleinwagen mit 5 verschiedenen Antriebstechniken von Strom bis CNG mussten sich in verschiedenen Verbrauchssituationen beweisen.
https://www.auto-motor-und-sport.de/tes ... leinwagen/

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Auch 2020 verlief der Fahrbetrieb unseres SEAT Leon ST TGI wenig ereignisreich. Wir sind COVID-bedingt knapp 8800 km gefahren. In 2020 haben wir 5 Liter Benzin und 350 kg Bio-CNG für in Summe 391 EUR getankt. Damit lagen unsere reinen Tankkosten bei ca. 4,44 EUR/100 km bei einem Verbrauch von knapp unter 4kg CNG/100km. Bei 21000 KM kam die erste Serviceaufforderung. Für Service und Longlife-Ölwechsel haben wir 260 EUR gezahlt. Auffällig waren in den Monaten vor dem Service spürbar weniger Motorabschaltungen der Start/Stop-Automatik. Nach dem Service lief es wieder wie gewohnt. Im Juli 2021 wird es unsere erste HU mit einem CNG Fahrzeug geben.

Unser Biomethanlieferant der Tankstellen der Stadtwerke München stellt seine gesamt Flotte auf reinen CNG/LNG- und Biodieselbetrieb bis 2021 um. VERBIO hat 8 weitere CNG LKW in den Fuhrpark aufgenommen und betreibt nun 18 CNG-LKW mit dem eigenen Kraftstoff.

Seit 2017 fahren in San Antonio (USA, Texas) fast 500 CNG Busse im ÖPNV. Ab Herbst 2021 soll eine eigene Biogasanlage die Busflotte mit Bio-CNG versorgen. Um 85% möchte man dann die eigenen CO2 Emissionen gegenüber den alten Dieselbussen reduziert haben. San Antonio wird schon seit langem von eher demokratisch orientierten Bürgermeistern regiert.
https://www.publicpower.org/periodical/ ... nios-buses

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Die ersten der zusätzlich 90 bestellten MAN CNG-Busse rollen jetzt durch Tiflis - natürlich umweltfreundlich mit Biomethan. Aus einem chaotischen ÖPNV wurde über wenige Jahre ein moderner und umweltfreundlicher Nahverkehr.
https://www.mantruckandbus.com/de/mobil ... iflis.html

In den letzten 10 Jahren ist die Biogaseinspeisung in das europäische Gasnetz von etwa 5 auf 20 Terrawattstunden im Jahr angestiegen. Trotzdem ist dies gerade mal ein Anteil von 0,4% am Gasverbrauch. Der Anteil erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehr liegt seit Jahren in Deutschland stabil bei ca. 5,6 %, während im Bereich Wärme in den letzten beiden Jahren ein leichter Anstieg zu erkennen war. Wir werden sehen, ob die steigenden Verkaufszahlen für E-Autos und Hybride hier eine Trendwende ermöglichen.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 02/2021

Beitrag von WäPu2014 »

Februar 2021
Stand: 27.02.2021

Aufgrund des langen Ausfalls des Forums schliesse ich den Februar ab und mache direkt im März weiter.

Etwas mehr als 20 Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe sind dieser Tage bei Minustemperaturen liegen geblieben und mussten durch Diesel- oder Elektrobusse ersetzt werden. Aufgrund der Temperaturen haben die Busse nicht die vom Hersteller bei -10 Grad Celsius zugesagten 130 km durchgehalten. Die BVG führt dies auf den zusätzlichen Bedarf für die Heizung zurück. Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Die Elektrobusse werden mit Diesel beheizt, nur die Klimaanlage wird elektrisch betrieben.
Zur Erinnerung möchten die BVG bis 2030 sämtliche 1044 Busse des ÖPNVV elektrisch betreiben, aktuell sind 123 Elektrobusse im Einsatz.

Ein Elektrobus kostet ca. 600 TEUR, ein vergleichbarer Diesel-Bus ca. 200 TEUR. Die CNG-Hybrid Busse in Augsburg dürften etwas teurer sein, sind aber in 7 Minuten mit Biomethan betankt und erreichen eine Reichweite von 350 km. Etwa 8,5% Kraftstoff sparen die Busse durch die Rekuperation und Unterstützung durch die Elektromotoren.

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Bildquelle: www.eurotransport.de

Wir haben bereits früher hier über die Pläne des Umweltministeriums (UBA) zur Treibhausminderungsquote berichtet. In einem PlusMinus-Beitrag der ARD wurde dieses Thema aufgegriffen und beleuchtet. Ein Blick auf den EU-Nachbarn Frankreich zeigt, wie man es anders machen könnte und trotzdem den EU-Vorgaben nachkommt. Das UBA und Deutschland vergeben hier eine Chance in den nächsten 10 Jahren bereits erhebliche CO2-Einsparungen im Verkehr zu realisieren, ohne die Elektrifizierung zu behindern. Die Wasserstofftechnologie wird noch Jahre bis in den wirtschaftlichen Feldeinsatz benötigen. Warum nicht jetzt handeln? Das UBA begründet sein Vorgehen mit veralteten Ansichten. Der ARD-Beitrag ist bis 12/2021 verfügbar.
https://www.ardmediathek.de/daserste/vi ... me=1215.00
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Samstag 27. Februar 2021, 10:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 03/2021

Beitrag von WäPu2014 »

März 2021

Stand: 26.03.2021
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Quelle: radioWelt/BR.de mit Moderator Tilman Seiler
Am 29.03. läuft in BAYERN2 im Programmteil radioWelt zwischen 06:05 und 08:30 ein Beitrag zur Wochenserie "Mobilitätswende" mit dem Titel "Bio-Methan - die umweltfreundlichste Alternative?" Auch wir kommen zu Wort.
https://www.br.de/radio/bayern2/program ... 21556.html

Stand: 24.03.2021
Die Supercredits, also die Anrechnung der „emisionsfreien“ Elektroautos auf den Flottenverbrauch der Hersteller, lagen 2020 bei Faktor 2. D.h. ein Elektroauto geht mit 0 Gramm CO2 doppelt in den Flottenverbrauch ein. Auch ein Grund warum viele Elektroautos noch kurz vor Jahresende zugelassen wurden. Für das Jahr 2021 liegt der Faktor bei 1,67, 2022 bei 1,33 und ab 2023 bei 1. Da Stromladesäulen wirtschaftlich kaum rentabel betrieben werden können, soll mit der Umsetzung RED2 den Mineralölfirmen ebenfalls nun Supercredits für ihre CO2 Emissionen für jede Ladesäule, die sie an den Tankstellen installieren, zugestanden werden. Dies führt übergreifend zu heftiger Kritik, da hiermit fossile Energieträger ein direktes Greenwashing erfahren.

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Der 1,5-l EA211 TGI evo von Volkswagen im Detail vom BolidenForum erklärt:
https://www.bolidenforum.de/artikel/art ... volkswagen

Stand: 20.03.2021

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Quelle: CNG-Mobility / Vision Automobiles Paris
Bei dem 24h Rennen von Le Mans soll 2023 für https://visionautomobiles.com/ ein 1000 PS starkers Biomethan-Fahrzeug an den Start gehen. Dazu wurde jetzt ein von dem französischen Spezialisten pipo-moteurs entwickeltes 3,5 Liter V8 Treibwerk vorgestellt, dass mit verflüssigtem Biomethan betrieben wird.
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/bio ... r-le-mans/

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Der für seine Vespas bekannte Hersteller PIAGGIO wird auch in der nächsten Generation seinen kleinen CITY-Lkw PORTER NP6 als CNG Variante anbieten.

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AMAZON setzt in den USA für einen grossen Teil seines nationalen Güterverkehrs auf mittelschwere und schweren auf LKW auf CNG und Biomethan. Die LKW´s sind für 20% der Treibhausgase in der bestehenden Flotte verantwortlich, obwohl diese nur 5% der gesamten Flotte ausmachen. Während für die letzte Meile Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen, sollen es zukünftig für den Fernverkehr bis zu 700 CNG LKW sein. Das Paket gehört zu dem Plan vom AMAZON US bis spätestens 2040 klimaneutral aufgestellt zu sein.

Stand: 14.03.2021
Verkehrsminister Scheuer hat sich in einem Zeitungsinterview für ein Ende fossiler Verbrenner bis 2035 ausgesprochen. Bis dahin sollen synthetische Kraftstoffe konkurrenzfähig gemacht werden. Allerdings bedarf es dazu einer technologieoffenen Förderung.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/sc ... n-101.html

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Quelle: BR
Scharfe Kritik äußern über 60 Wissenschaftler an der einseitigen, auf Elektromobilität ausgerichteten Klimapolitik der Bundesregierung im Verkehrssektor. Prof. Thomas Willner von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg sieht "erheblichen Nachbesserungsbedarf" und fordert eine "transparente und technologieneutrale Klimaschutzpolitik, die sich an realen physikalischen Treibhausgasminderungen über die gesamte Wertschöpfungskette orientiert".
Nach Überzeugung der Wissenschaftler wird die Elektromobilität in der "Zeitspanne bis 2030, die für den langfristigen Erfolg oder Misserfolg des Klimaschutzes entscheidend sein wird, mit hoher Wahrscheinlichkeit zu keiner nennenswerten Treibhausgasminderung über die gesamte Wertschöpfungskette führen."
Die Wissenschaftler haben aber auch konkrete Vorschläge. Nichts davon ist neu, aber in Summe mehren sich die Stimmen für eine andere Ausrichtung. Lesen Sie dazu mehr in einem Beitrag des BR:
https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... edium=Link

Auch die Expertenkommission für Forschung und Innovation (Efi) spricht sich gegen die einseitige Ausrichtung auf Elektromobilität aus. Wie das Handelsblatt berichtet, ist die Verwunderung über die Priorisierung dieser Technik laut dem Vorsitzenden der Kommission groß. Es reicht eben nicht, dass PKW nur in Deutschland keine Abgase in die Luft „blasen“.
https://www.handelsblatt.com/politik/de ... oz5pM3-ap2

Zu Beginn dieses Jahres nahm Michael Martin, Experte für Mobilität und Automobilindustrie, als ehrenamtlicher Mobilitätsberater die Arbeit bei dem europäischen Bund der Steuerzahler (Taxpayers Association of Europe (TAE)) auf. Seine Aufgabe wird es sein, detailliert aufzuzeigen, wo und wie Steuer-Subventionen in der EU oder Deutschland für den Aufbau von Elektromobilität sinnvoll ausgegeben werden – oder auch nicht. Steuerzahler-Präsident Rolf Baron von Hohenhau dazu: „Fakten interessieren bei diesem Thema leider nicht, Kritiker sind unerwünscht. Gepredigt werden in Deutschland und in der EU Verzicht, Einschränkung, Verbote und vor allem höhere Steuern und Belastungen für die Bürger.“
Quelle: Klartext, Bund der Steuerzahler in Bayern

Im ADAC Ecotest fährt der VW UP mit CNG Antrieb regelmäßig in die Spitzengruppe. Dabei ist hier der CNG Mix in Deutschland mit über 40% Biomethananteil noch gar nicht eingerechnet. Jetzt wird der ADAC nachbessern und dies bei zukünftigen Betrachtungen berücksichtigen.

Wirklich gute Alternativen zu E-Fahrrzeugen bietet auch 2021 wieder der VW-Konzern. Der neue SEAT Leon ist seit Februar nun auch als CNG Fahrzeug bestellbar. Zwar für das alte Modell aber mit dem gleichen Motor gibt es einen interessanten Vergleichstest zwischen dem LEON mit dem 1,5 l Motor und dem Arona mit dem 1,0 l Motor.
https://youtu.be/g9BWLvayKhA

Auch Skoda bietet mit dem Octavia eine wirkliche Alternative für Familien, Vielfahrer oder mobile Umweltschützer. Auch dazu gibt es diverse Testergebnisse. Einen davon finden Sie bei unseren österreichischen Nachbarn:
https://de.motor1.com/reviews/444132/sk ... 2020-test/
UPDATE: Aktueller Test von "the car crash review" https://youtu.be/QZZgBOkVnFI

Mehr als 3,3 Mio Tonnen Bioabfälle landen jährlich in Deutschland im Restmüll und werden verbrannt.
Zitat QUARKS.de „Unsere Restmülltonnen sind fast bis zur Hälfte mit Bananenschalen, Essensresten oder verfallenen, teils noch verpackten Lebensmitteln gefüllt.“
Diese werden in der Regel verbrannt und hoffentlich zusätzlich noch zur Energie- und Wärmegewinnung genutzt. Es bleibt aber nur Asche übrig.
In der Biogasanlage können vor allem die feuchten Abfälle sehr gut zu Biogas vergoren werden. Den Unterschied zur reinen Verbrennung macht dabei vor allem die aus einer Tonne Abfall gewonnenen 500kg Gärreste und Komposterde, die wieder in den Kreislauf eingebracht werden können und einen sehr guten Dünger darstellen. Ziel muss es daher sein, die verfügbaren Rohstoffe besser zu nutzen.
https://www.quarks.de/umwelt/muell/das- ... C3%B6sung8

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Auch die französische Denkfabrik CARBONE4 hat sich die Frage gestellt, welche Strategie am effektivsten für die Decarbonisierung des Verkehrssektors geeignet ist. CARBONE4 ist ein Beratungsunternehmen aus Paris, welches sich auf CO2-arme Strategien und Klimawandel spezialisiert hat. In der Studie wurden alle aktuellen Antriebstypen verglichen. Basis war ein 2020 gebautes Fahrzeug über seinen gesamtem Lebenszyklus von 12 Jahren bis zum Betriebsende in 2031. Als Sieger wurde das vollelektrische Fahrzeug mit einer CO2- Emmission von 80gr/km auf Basis des französischen Strommix Inch. dem hohen Anteil Atomstrom gekürt. Auf den gleichen Wert kommt in der Studie auch der BIO-CNG Antrieb. Ursache für Platz 2 ist die in Frankreich derzeit zu geringe Verfügbarkeit von Biomethan. Daher wird empfohlen die vorhandenen Biomethanressourcen für den Transportsektor zu reservieren.
https://www.carbone4.com/publication-ro ... e/?lang=en

Große Erwartungen hat CARBONE4 daher in die Marktentwicklung von Biomethan im Transportsektor. Langfristig wird hier zwar die Brennstoffzelle gesehen. Allerdings geht man für das Jahr 2050 von einem Bio-CNG Anteil bei Bussen und LKW von 12% bis 25% aus.

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Quelle: Twitter J.-B. Djebbari

Dazu passt die Aussage des französischen Verkehrsministers Djebbarri, dass die Anzahl der CNG LKW von heute 5000 bis 2028 verzehnfacht werden soll. In den nächsten Jahren möchte er 700 weitere CNG Tankstellen eröffnen. Aktuell gibt es knapp 130 CNG Tankstellen in Frankreich.
Mit Frankreich und Spanien als Unterstützer einer CNG Strategie wird es vielleicht möglich sein, die anstehenden Neufassungen der verschiedenen EU Verordnungen auch wieder in Richtung CNG und Biomethan zu öffnen.
Zuletzt geändert von WäPu2014 am Freitag 2. April 2021, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 04/2021

Beitrag von WäPu2014 »

April 2021

Stand: 28.04.2021
Nach 29000 km und knapp 3 Jahren hat uns unser LEON zur großen Inspektion aufgefordert. Da auch die HU ansteht, lassen wir beides gleichzeitig in der Werkstatt machen. Mit der HU wird bei CNG Fahrzeugen auch die Gaswiederholungsprüfung (GWP) fällig. Im wesentlichen besteht diese aus der Dichtheitsprüfung der Gasanlage. An sich keine große Sache für den Prüfer, aber die Abdeckung des Tanks muss dafür durch die Werkstatt entfernt werden. Zudem muss der Tank mindestens zu 50% gefüllt sein, damit ordentlich Druck drauf ist. Wie es gelaufen ist und was es uns im Vergleich zu unserem alten Diesel-Passat gekostet hat, berichte ich im Mai.

Stand: 21.04.2021
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Quelle: hnvg.de
Auch die Stadtwerke Heilbronn setzen auf Biomethan für ihre CNG-Tankstellen, ihre Fahrzeugflotte und ihre Blockheizkraftwerke.
https://www.echo24.de/geschaeftskunden/ ... 63455.html

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Quelle: www.globalgasmobility.com
SEMITAG, der Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Grenoble, verfügt derzeit über 220 Standardbusse, darunter 56 Hybridbusse und mehr als 100 Busse mit CNG Antrieb. Jährlich werden mehr als 17 Millionen Kilometer zurückgelegt und die 49 Gemeinden des Ballungsraumes bedient. Die ersten CNG-Busse wurden im Jahr 2002 in Dienst gestellt. SEMITAG ist so angetan von der Technik, dass Scania in 2021 weitere 100 CNG-Busse an SEMITAG ausliefern wird. In Summe wird dies dann die größte CNG Busflotte von Scania in Frankreich. sein

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Quelle: NZZ
Herbie Schmidt, Autoexperte bei der Neuen Zürcher Zeitung, hat im Februar den SKODA Kamiq in der CNG- und Benzin-Version im Test miteinander verglichen. Da SKODA hier leider nur den 0.9 Liter Motor ohne DSG anbietet und das Vergleichsfahrzeug über den 1,5 TSI mit DSG verfügte, ergeben sich zwangsläufig Unterschiede in der Dynamik. Aber lesen Sie selber:
https://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobi ... ld.1602270

Während für Elektroautos, fossilen Verbrennern und im Besonderen für die Hybride eher Phantasieverbrauchswerte angegeben werden, kann man sich auf die CNG Verbrauchswerte ganz gut verlassen. Das zeigt auch unsere Erfahrung.

Stand: 14.04.2021
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Quelle: www.biogaschannel.com
Auch reine Benzinfahrzeuge lassen sich auf CNG umrüsten und so mit Biomethan klimafreundlich betreiben. Was in den skandinavischen Ländern oder Indien durchaus ein Markt ist, findet in Deutschland kaum statt. Hier ein Beispiel eines von DMT Environmental Technology umgerüsteten AUDI Q5. DMT stellt unter anderem Membranen zur CO2 Reduzierung und Entschwefelung von Biogas her. Dies ist die Voraussetzung um es als Biomethan in das Erdgasnetz einspeisen zu dürfen.
https://www.biogaschannel.com/en/video/ ... cove/1749/

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Quelle: SKODA / www.cng-mobility.ch
Auf der neuen TOP10 Liste der ökologischten Verbrenner in der Umweltliste des Verkehrsclub Schweiz https://www.autoumweltliste.ch/de.html finden sich nur Gasfahrzeuge. Hybrid-PKW werden nicht mehr aufgeführt, da ihre realen CO2 Emissionen laut Studien die offiziellen Werte um das bis zu 8-Fache übersteigen. Biogas-PKW und Ökostromer geben sich aktuell in die THG Wirkung wenig, die richtige Wahl hängt vom persönlichen Einsatzzweck ab. Viel Stadtverkehr, Stop&Go und eigene Lademöglichkeit spricht ggf eher für ein Elektroauto, eine nahe gelegene Bio-CNG Tankstelle und höhere Laufleistungen eher für das Biogasfahrzeug. Allerdings empfiehlt der VCS für Fahrleistungen unter 6000 km/a eher Bio-CNG.
Die detaillierte Umweltliste mit Anmerkungen und Bewertungen gibt’s hier zum Download:
https://www.autoumweltliste.ch/fileadmi ... mit_SZ.pdf

Eine Zusammenfassung der VCS-Ergebnisse finden Sie unter
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/vcs ... maerz_2021

Stand: 07.04.2021
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Quelle: GibGas
Fast 2/3 oder 525 der deutschen CNG Tankstellen bieten Bio-CNG an.
Einfacher und kostengünstiger kann man nicht umweltfreundlich unterwegs sein.
Den Aufkleber kann man bei GibGas kaufen. Zeigen wir, was bei uns in den Tank kommt.
https://shop.gibgas.de/

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Quelle: VERBIO AG
Die Fertigstellung der ersten Biogasanlagen der VERBIO AG in Indien und den USA rückt näher. Im Herbst 2021 sollen die neuen Stroh-Biomethan-Anlagen trotz schwierigem CORONA Jahr planmäßig in Betrieb genommen werden. Sie bilden die Grundlage für weitere Projekte in diesen Ländern. „Die Marktbedingungen für unsere Expansionsprojekte in Asien und Nordamerika sind äußerst positiv. Die indische Regierung fördert zum einen den Ausbau der Gasmobilität als günstige Alternative zu teuren fossilen Kraftstoffen im Land. Zum anderen muss und will sie dringend das Problem der massiven Luftverschmutzung durch das großflächige Abbrennen der Strohreste auf den Feldern eindämmen. Unsere Stroh-Biomethan-Technologie ist bisher die einzige konkrete Antwort auf beide Herausforderungen“, sagt Vorstand Claus Sauter.
https://www.verbio.de/presse/aktuelles/ ... stumskurs/

Stand: 02.04.2021
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Im Dezember habe ich über den Wechsel der Stadtwerke Koblenz zu Biomethan-Bussen berichtet.
Jetzt gibt es ein Video über die klimafreundlichen Busse der KOVEB.
https://youtu.be/O4vlqCGZE-4

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Letzten Monat habe ich auf das Wochenthema zur Verkehrswende bei BAYERN2 hingewiesen.
Der Podcast mit unserem Beitrag zur Alternative Biomethan als CNG ist jetzt verfügbar.
https://www.br.de/radio/bayern2/sendung ... e-100.html

Beiträge zur Elektromobilität und Wasserstoffantriebe haben es leider nicht in den Podcast geschafft. Dafür aber ein Beitrag von Alexander Bloch. Er ist Chefreporter bei der Zeitschrift "Auto, Motor, Sport" und spricht über die Zukunft des Verbrenners.
https://www.br.de/radio/bayern2/sendung ... r-100.html
Diese Aussage ist vermutlich richtig, ob schon 2030 oder mangels Infrastruktur erst später. Trotzdem wäre Biomethan als CNG eine sofort verfügbare und klimawirksame Alternative, wie der VM-Redakteur Johannes Reichel in seinem Beitrag erläutert.
https://vision-mobility.de/news/wir-bra ... 82545.html
Wir würden auch heute noch als Antrieb CNG mit Biomethan wählen. Praktisch, günstig, umweltfreundlich, alltagstauglich.
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 05/2021

Beitrag von WäPu2014 »

Mai 2021

Stand: 26.05.2021
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Quelle: PIXABAY
Der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages hat eine gegenüber dem ursprünglichen Entwurf des BMU abgewandelte Version der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II,  2018/2001) in deutsches Gesetzt umgewandelt. RED2 beinhaltet die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Transport bis zum Jahr 2030. Gegenüber dem Entwurf des BMU wurde der Anstieg des Anteils der erneuerbaren Energiequellen sowie der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Gesamtverbrauch von 22% auf 25% angehoben. Die viel kritisierte 3-fach Anrechnung von Ladestrom auf die THG-Quote (Treibhausgasquote) für Mineralölfirmen ist dagegen beibehalten wurden. Damit sollen Tankstellenbetreiber zum Bau von Ladestationen animiert werden, da der Bau und Betrieb von E-Ladestationen bislang wirtschaftlich uninteressant ist. Durch die Anrechnung werden THG-Belastungen aus verkauften fossile Energiequellen kompensiert bzw. grün gewaschen.
Kritiker bemängeln, dass durch diese Maßnahme keinerlei reale THG-Einsparung erfolgt und dann in der Gesamtabrechnung beim tatsächlichen THG-Ausstoß fehlt.
Für CNG-Fahrer positiv ist die weitere Steuerbefreiung von Biomethan für die nächsten 5 Jahre, negativ die weiterhin fehlende Anrechnung einer TGH-Minderungsquote für den Hersteller des Fahrzeugs. Aber das wird dieses Jahr auf europäischer Ebene neu verhandelt.
Pressemitteilung Industriekreis CNG-Mobilität:
https://www.cng-club.de/PM_THG_Minderungsquote
Mitteilung des VDB:
https://biokraftstoffverband.de/index.p ... offen.html
Bewertung von LOGISTRA:
https://logistra.de/news/nfz-fuhrpark-l ... 69840.html

Stand: 21.05.2021
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Quelle: SOLARIS
Die Warschauer Verkehrsbetriebe hatten letztes Jahr bereits 70 CNG Busse bestellt und erhöhen nun ihre Order um weitere 30 Busse. Warschau setzt dabei auf einen Mix aus Elektro- und CNG-Bussen und möchte 2027 die Hälfte seiner 1500 Busse emissionsarm betreiben. Die EU-Flotte wächst.
https://www.busplaner.de/de/news/untern ... 64554.html

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Quelle: NGVA
In 2020 ist die Zahl der CNG Fahrzeuge in Europa auf geschätzte 13 Millionen angestiegen. Auch der Biomethananteil am CNG Verkauf in Europa hat sich auf 17% erhöht und am Ausbau wird in vielen Staaten aktiv gearbeitet. Dazu passt auch der Ausbau der Tankstelleninfrastruktur. Inzwischen sind in Europa über 4000 CNG Tankstellen in Betrieb. Im meinem März-Beitrag waren es z.B. in Frankreich noch 130 CNG Tankstellen, heute sind es schon 141.
https://www.ngva.eu/wp-content/uploads/ ... 00x227.png

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Auch ganz oben im Norden stellen die Stadtwerke Norden an ihren beiden CNG-Tankstellen zukünftig Biomethan zur Verfügung. Das Netzt wächst weiter.
https://www.stadtwerke-norden.de/kunden ... tuell.html

Stand: 16.05.2021
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Quelle: dpa
In vielen Betrieben und Forschungsstellen wird an synthetischen und klimaneutralen Kraftstoffen gearbeitet. Letztendlich geht es dabei immer darum aus grünem Strom, Wasser oder CO2 einen speicherbaren Energieträger zu erzeugen. Das Verfahren nennt sich Power to X (P2X). Das X steht für die verschiedenen Zustände. Ist das Ergebnis flüssig, nennt es sich P2L. Diese Technologie hat meiner Meinung nach eine große Zukunft, da es nach heutigem Stand z.B. die einzige sinnvolle Möglichkeit sein wird Flugzeuge klimaneutral anzutreiben. Diese Technologie existiert heute schon im realen Betrieb. So speist AUDI mit einer P2G (Power-to-Gas) Anlage heute bereits soviel Biomethan aus Windstrom in das Erdgasnetz ein, wie die CNG AUDI-Flotte in Deutschland verbraucht.
Gleichzeitig stehen diese Verfahren unter großer Kritik, da sie erhebliche Menge Strom verbrauchen. Im Vergleich zu einer direkten Ladung in einem Akku wird z.B. für Benzinersatz eine um Faktoren höhere Energiemenge benötigt. Allerdings ist der direkte Vergleich nicht so einfach, da z.B. der Energieaufwand für Abbau der Rohstoffe und die Produktion für den Akku häufig ausser Acht gelassen und der dauerhaft hohe Bestand an Verbrennern ignoriert wird. Zudem würden flüssige oder gasförmige Kraftstoffe aus überschüssigem grünen Strom in bestehende Infrastruktur gespeichert und verteilt werden können. Der gewaltige finanzielle Aufwand für den Aufbau einer H2- oder Elektroladeinfrastruktur könnte entfallen oder zeitlich gestreckt werden ohne die Klimaziele zu verfehlen. Künstliches Benzin kann sofort in heutigen Verbrennern eingesetzt werden und verbrennt dabei aufgrund der hohen Reinheit viel schadstoffärmer und effizienter als fossiles Benzin. Zudem zahlen wir Verbraucher über den Strompreis derzeit jedes Jahr 1,3 Mrd. EUR an Ausgleichszahlung im Rahmen des EEG an Erzeuger von grünem Strom für aufgrund Netzüberlastung nicht abgenommenen Strom. Strom wäre also verfügbar, wir nutzen ihn nicht.
Ein Liter Benzin aus fossilem Erdöl kostet an der Tankstelle ohne die Abgaben und Gewinnmargen etwa 40 Cent. Ein Liter P2L Benzin kommt auf ca. 1 EUR. Da stellt man sich doch die Frage, ob man nicht die 1,3 Mrd EUR anstatt in nicht verwendeten Strom zu investieren, die Steuer auf klimaneutrale Kraftstoffe aussetzen und so die mit überschüssigen Strom produzierten Kraftstoffe wettbewerbsfähig machen könnte? Der Akku wird sich im PKW und im Kurzstreckenlastverkehr durchsetzen. Erfahrungsgemäß lässt sich im Verkehr vergleichsweise teurer Kraftstoff leichter in den Markt bringen und so die Technologie für die Herstellung dieser Kraftstoffe für eine spätere Anwendung in anderen Sektoren optimieren.
Das es nicht so einfach ist klimafreundliche Brennstoffe in den Markt zu bringen, sehen wir an den Millionen von Gasheizungen, die anstatt mit 100% Biomethan mit fossilem Erdgas betrieben werden. Das Angebot existiert am Markt. Die Heizkosten würden sich allerdings gegenüber sogenanntem Klimagas mal mindesten verdoppeln.
Übrigens die „neuen“ Klimaziele des Umweltministeriums entsprechen einer Klimaerwärmung von +2,4°. Die vereinbarten Ziele liegen eigentlich irgendwo zwischen +1,5° und +2°.
UPDATE 24.05.2021: Die im neuen Klimagesetz beschlossenen Maßnahmen bis 2030 reichen nach Ansicht von GREENPEACE nur aus, um eine Begrenzung der Klimaerwärmung bis 2050 auf +2° zu erreichen. Berücksichtigt man aber den bisherigen THG Ausstoß von Deutschland in der Vergangenheit sowie die deutlich geringeren Reduzierungsmöglichkeiten vieler Entwicklungsländer im Sinne eines fairen Ausgleichs, dann reicht es effektiv nicht für das +2° Ziel.
Eine Bewertung des Deutschlandfunk:
https://www.deutschlandfunk.de/auf-dem- ... d=496894#d
Ein Beitrag des MDR:
https://www.mdr.de/investigativ/fakt-kr ... l-100.html
und von NTV:
https://www.n-tv.de/auto/E-Fuels-sind-e ... 50183.html
und über eine verfügbare Methanol-Brennstoffzelle des BR:
https://youtu.be/G3iKJ4IMick

Stand: 13.05.2021
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Quelle: VERBIO
VW Chef Herbert Diess war zu Gast in den VERBIO Produktionsanlagen im brandenburgischen Pinnow. Claus Sauter, der Vorstandsvorsitzende der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG, und Herbert Diess traffen sich im Rahmen des Videopodcast „Diess spricht“ um die Herstellung von Biomethan aus Stroh zu erläutern und über das Potenzial von BioCNG zur Dekarbonisierung des LKW-Verkehrs zu sprechen.
„Die vollständige Elektrifizierung unserer LKW-Flotte wird noch einige Zeit benötigen. Bis die Produkte und die erforderliche Infrastruktur vorhanden sind, können Biokraftstoffe helfen, die Emissionen im Güterverkehr zu reduzieren. Ich war begeistert, mit Claus Sauter zu sprechen, einem der großen europäischen Visionäre im Bereich klimafreundlicher Technologien“, resümiert Herbert Diess nach dem Besuch bei LinkedIn. Und Claus Sauter konterte „Die VW-Tochter Traton hat angekündigt, dass 2030 jeder zweite SCANIA ein Elektro-LKW sein wird. Ich bin überzeugt, dass dann jeder erste SCANIA mit BioCNG oder BioLNG betrieben wird und der Diesel keine wesentliche Rolle mehr spielt. Es war ein interessanter Austausch, für den ich mich bei Herbert Diess herzlich bedanke“. Der Ausbau der BioCNG/BioLNG Infrastruktur für den Güterverkehr sichert auch die Möglichkeit CNG PKW´s umweltfreundlich zu betreiben.
Pressemitteilung Verbio:
https://www.verbio.de/presse/aktuelles/ ... ert-diess/
Podcast „Diess spricht“:
https://www.linkedin.com/feed/update/ur ... 859350528/

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Quelle: LIDL
An den deutschen LNG-Tankstellen hat sich der Absatz in 2020 verdreifacht. Das in einem früheren Beitrag schon angesprochene Förderprogramm zeigt Wirkung. 87% der Förderanträgen entfielen auf LNG-LKW, weitere 12% auf CNG-LKW.
Rein rechnerisch liegt der CO2-Vorteil von fossilem LNG gegenüber Diesel bei ca. 15%, in der Realität betrachtet über die gesamte Lieferkette sicher um einiges weniger. Relevant für den Klimaschutz wird es auch hier erst mit Biomethan. SHELL plant daher bis 2022/2023 eine Gasverflüssigungsanlage für 100000 Tonnen Biomethan. "Das Potenzial von Biomethan ist noch nicht ausgeschöpft", hat die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) festgestellt: "Das mobilisierbare Potenzial in Deutschland wird bis 2030 auf 118 Terawattstunden geschätzt. Damit könnten 12 Millionen PKW oder 185 000 LKW betrieben werden",
Quelle: https://www.gas.info/ und https://www.sueddeutsche.de
LNG steht für Liquefied Natural Gas und besteht aus durch Abkühlung auf minus 161 bis minus 164 Grad Celsius verflüssigtem Methan, entweder Erdgas oder Biomethan. LKW erreichen damit Reichweite bis 1000km.

Stand: 07.05.2021
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Der Verkaufsanteil BIO-CNG am CNG Verkauf liegt in Deutschland bereits bei 80% und ist an 525 Tankstellen verfügbar. Gleichzeitig sank der Preis für BIO-CNG seit unserem Autokauf. Bei gleichem Durchschnittsverbrauch reduzierte sich der Preis von Anfangs 4,58 EUR/100km auf 4,35 EUR/100km in den letzten 12 Monaten. :D

Während VW sich mittelfristig auch vom PKW CNG-Verbrenner verabschieden möchte, scheint RENAULT hier einsteigen zu wollen. https://www.gaz-mobilite.fr/actus/renau ... -2956.html

In der EU gibt jetzt es durchaus Vorschläge für die Anrechnung im Flottenverbrauch und CNG könnte damit wieder eine Alternative gegenüber den teuren E-Fahrzeugen werden. Das Jahr 2021 bleibt spannend.

Prof. Dr. Joachim Weimann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, bezeichnet die Förderung von Elektroautos als „die vermutlich ineffizienteste Form von Klimapolitik“. Laut seiner Rechnung dürfte ein Elektroauto maximal 1000 EUR mehr kosten als ein Verbrenner um eine effektive Alternative zu sein. Lesen Sie eine interessante Betrachtung der Wechselwirkungen des Emissionshandels auf den Verkehrssektor sowie der Folgekosten der Elektrifizierung des Verkehrs.
https://www.focus.de/auto/news/umweltbi ... 98969.html

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Quelle: Gaznat
Ein frisch gestylter SEAT Leon fährt in der Schweiz Werbung für Biogas im Tank und klimafreundlicher Mobilität.

Stand: 05.05.2021
Unser SEAT LEON ST TGI hat seine erste HU/AU und Service erlebt. Schon vor dem Kauf hatten wir die freie Werkstatt unseres Vertrauens am Ort über die Möglichkeit der Durchführung befragt und, wie zugesagt, gab es auch keine Probleme. Das Wartungsprotokoll zeigt die wenigen Unterschiede zwischen dem TSI- und dem TGI Motor für die Werkstatt.
Im Gegensatz zu den vielen Gerüchten über häufige Zündkerzenwechsel bei CNG Betrieb erwartet uns hier der Austausch nach 48 Monaten oder 60 Tkm. :!: Für uns überraschend muss der Gastank und die Gasleitungen nicht nach 120 Monaten sondern erst nach 240 Monaten getauscht werden. :D Mal sehen, ob wir so weit kommen.
In Summe haben wir in den letzten 3 Jahre ca. 1000 EUR Spritkosten und 138 EUR KFZ-Steuer gegenüber dem Benziner trotz dem etwas teureren BIO-CNG gespart. Die Mehrkosten durch die Gaswiederholungsprüfung bei der HU von 28 EUR alle 2 Jahre sind da eher vernachlässigbar. Der Mehrpreis des TGI-Motors wurde uns damals im Rahmen einer SEAT-Aktion erlassen und hätte damals 1500 EUR betragen. Alles in allem für uns bislang ökonomisch und ökologisch eine runde Sache.
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WäPu2014
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Re: Alternativer Kraftstoff Biomethan/CNG - 06/2021

Beitrag von WäPu2014 »

Wird bis Ende Juni 2021 immer wieder ergänzt
Tip: Wer sich beim Energiesparkonto kostenlos anmeldet, kann für sich die Darstellung so einstellen, dass der aktuelle Beitrag immer oben angezeigt wird. Man spart sich das lästige Scrollen. :!:
Alternativ funktioniert auch dieser Link zum Speichern in den eigenen Favoriten:
https://forum.energiesparkonto.de/viewt ... 3809824d90


Tip: Interessierte machen sich immer wieder die Mühe unsere Telefonnummer heraus zu finden. Einfacher geht es mit einem Account beim Energiesparkonto oder über https://www.instagram.com/liebermitcng/ und einer privaten Nachricht

Unser Fahrzeug bei https://www.spritmonitor.de/:
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https://www.spritmonitor.de/de/detailan ... 17963.html
Unser aktueller Bio-CNG Verbrauch:
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Unser CO2 Fußabdruck für den Kraftstoff incl. Vorkette berechnet über https://www.kraftstoffvergleich.de/:
26 gr/km


Stand: 16.06.2021
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Ein Überblick über Biokraftstoffe, Herstellung und Potential am Beispiel von VERBIO durch den mdr vom 18.05.2021 und eine Bewertung der Chancen für CNG im Personen- und Lastkraftverkehr. Die angepasste Entscheidung für eine Umsetzung von RED2 in Deutschland und die weitere Steuerbefreiung von CNG könnte ein weiteres Signal für eine Zukunft der Technik sein.
Wie im Beitrag zu hören ist, geht es bei CNG nicht um die Antriebstechnik von 2050 sondern um eine Alternative zu Benzin und Diesel bis 2030/2035. Längerfristig werden wir Biomethan eher als einfach zu speichernde Energiequelle für Heizung und Strom brauchen.
https://www.mdr.de/wissen/videos/biokra ... h-104.html
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschl ... s-100.html

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Quelle: VW Nutzfahrzeuge
Gute Nachrichten aus dem VW-Konzern für Freunde des CNG Antriebs. Auch die nächste Generation des VW Caddy wird es mit CNG Antrieb geben, dann mit 4 Gastanks und 130 PS auf der MQB Plattform. Bestellbar sind schon die Modelle mit TSI und TDI Motoren, TGI und ein PHEV folgen etwas später.
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Quelle: https://auto360.de/
Sofort bestellbar ist dagegen der VW Golf TGI in der neuen Version. Hier ein Test von AUTO360:
https://auto360.de/test-vw-golf-tgi-der ... -wolfsburg

Stand: 09.06.2021
Update: Wir waren heute für 1,039 EUR/kg Bio-CNG tanken. Umgerechnet wären das 69 Cent je Liter Super Benzin. Die SHELL 200 Meter weiter verlangte dafür stolze 1,53 EUR/Liter. Das ist mehr als das DOPPELTE und die Kluft wird größer werden. Wer kann schon von sich behaupten mit 4,15 EUR auf 100 km Kraftsstoffkosten für einen Kompaktkombi auszukommen. Umweltfreundlich, kostengünstig und für mich PKW-Label A+++

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Quelle: PKW-Label.de
Wer einen umweltfreundlichen und kostengünstigen PKW sucht, kommt an einem CNG Antrieb mit Biomethan nicht vorbei. Mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeigt die Deutsche Energie-Agentur dena die Reichweite eines Fahrzeugs je Kraftstoff und Budget, die Emissionsbelastung inkl. der Vorkette sowie die Gesamtkosten. Obwohl noch mit fossilem Erdgas gerechnet, steht hier CNG auch im Emissionsvergleich gut da. Bei aktuell 80% Biomethan Anteil im deutschen CNG-Mix kann CNG locker mit dem BEV mithalten. Und günstiger kann man ab der Kompaktklasse keinen PKW betreiben. Warum nur machen es so wenige?
https://www.pkw-label.de/alternative-an ... e-antriebe
https://www.klimareporter.de/verkehr/ta ... svergleich

Stand: 06.06.2021
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Quelle: AUTOBILD
So bewirbt BMW seinen neuen E-SUV:

„Mit seinem Design, seinem luxuriösen Lounge-Ambiente im Innenraum und innovativen Shy Tech Features ist der BMW iX als lokal emissionsfreies Automobil ein Erlebnisraum für komfortable Mobilität im Alltag und auf Reisen“
So deutlich hat noch kein Automobilhersteller den Betrug von Politik und Lobbyverbänden am Verbraucher und am Klima auf den Punkt gebracht. Vielleicht kommt ja nach dem Dieselgate irgendwann das Elektrogate. Nach den letzten Entscheidungen der Gerichte scheint hier BMW vorbeugen zu wollen.

Es tut sich was hinsichtliche Technologieoffenheit bei den Antrieben im Verkehr. Wie schon mehrfach hier thematisiert gilt Norwegen zwar als Vorreiter der E-Mobilität, steht gleichzeitig aber auch in der Kritik die dafür notwendigen Förderungen mehr oder weniger komplett über die Gewinne aus dem Verkauf seiner fossilen Energiequellen finanziert zu haben. Nun folgte das Parlament einer Empfehlung des Umweltausschusses und stellt hinsichtlich Emission und Förderung Biogas und Wasserstoff dem Elektroantrieb gleich. Dies könnte durchaus für die dieses Jahr anstehenden Entscheidungen zur Zukunft von BIO-CNG/BIO-LNG im Verkehr in der EU hilfreich sein.
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/bio ... hgestellt/

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Quelle: https://www.cng-mobility.ch/
Zeitgleich fordern 233 Verbände, Firmen und Wissenschaftler die EU-Kommission auf, ähnliches auch in der EU zu ermöglichen. Erneuerbare Treibstoffe sollen nicht mit der Elektromobilität konkurrieren sondern diese ergänzen. Die Unterzeichner stehen zu dem EU-Ziel die CO2 Emissionen bis 2050 um 55% zu senken. Sie zeigen auf, dass der aktuelle Ansatz es nur über die Auspuffemission erreichen zu wollen nicht ausreichen wird um die Klimaziele zu erreichen.
Genauso sehen wir das auch im CNG-Club und unterstützen daher diese Initiative.
Hier der Link zu noch mehr Information und zum Anschreiben:
https://www.cng-mobility.ch/beitrag/kla ... ommission/

Stand: 03.06.2021
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Bild von Hermann Kollinger auf Pixabay
CNG Fahrzeuge sind im Falle eines Brandes genauso sicher wie vergleichbare Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Explosionsgefahr besteht nur bei unzureichender Wartung der Gastanks, wie z.B. nach Unfällen. Ursache spektakulärer Berichte der Vergangenheit waren in der Regel bekannte aber nicht beseitigte Korrosionsschäden oder Risse in den Druckbehältern nach Unfällen.
Alle Druckbehälter haben Überdruckventile, die weit unter den mindestens zugelassenen 400 bar öffnen und das Gas gezielt ableiten. Methan ist zudem viel leichter als Luft und verflüchtigt sich schnell nach oben. Daher ist CNG im Gegensatz zu LPG in Tiefgaragen auch kein Problem. LPG ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden.
https://trans.info/de/wie-sicher-sind-c ... ge-232449#


Zuletzt als neu markiert von WäPu2014 am Mittwoch 16. Juni 2021, 19:36.
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