Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

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Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Energiesparer213926 » Freitag 30. Oktober 2015, 15:19

Hallo Energiesparer,

mir liegt nicht nur das Energiesparen, sondern auch die Umwelt am Herzen. Daher würde ich gerne zu einem Anbieter wechseln, der Ökostrom anbietet. Allerdings kann ich irgendwie kaum glauben, das diese nur Ökostrom anbieten, sondern das das zum Teil auch ein wenig verarsche ist. Ist der Markt groß genug um das auch abzudecken, wenn immer mehr auf Ökostrom umsteigen?
Zuletzt geändert von Energiesparer213926 am Freitag 6. November 2015, 02:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Energiesparer90589 » Samstag 31. Oktober 2015, 18:06

Weshalb auf den sauberen Strom aus KKW verzichten? Nach Wasser und PV ist das nach meiner Überzeugung im Regelbetrieb weiterhin die am wenigsten umweltschädliche Stromerzeugung.

Wasser - optimal, aber nicht ausreichend verfügbar in Deutschland
PV - leider scheint nachts nicht die Sonne, Speicherung nur begrenzt möglich
Wind - weht nicht immer, optische und akustische Beeinträchtigungen (Infraschall ist Krankheitsauslöser)
Kohle (Braun- oder Stein-) - Ruß, Feinstaub, nur begrenzt verfügbar, wird für andere Zwecke sinnvoller gebraucht (zB Stahlherstellung), saurer Regen
Öl - Ruß, nur begrenzt verfügbar, wird für andere Zwecke sinnvoller gebraucht (zB Chemieinsdustrie, mobile Verbraucher), abhängig von Krisenregionen (Nahost)
Gas - Ruß, nur begrenzt verfügbar, wird für andere Zwecke sinnvoller gebraucht (zB Chemieinsdustrie, mobile Verbraucher), abhängig von Krisenregionen (Nahost) und Erpressungspotential (Rußland/Ukraine-Krise)
Kernkraft - war in Deutschland weltweit auf dem höchsten Sicherheitsniveau, wird jetzt durch unsicherere KKW an den deutschen Grenzen ersetzt (Polen Standortfestlegung in 2016, Tschechien, Litauen, Finnland, Großbritannien, u.a.m., auch die Ukraine plant 2 neue KKW trotz Tschernobyl). Mit einer WAA ist fast ein geschlossener Kreislauf möglich und der Brennstoff recycled.

P.S.: Bevor mich alle wegen meiner Überzeugung schlagen - eine kleine PV Anlage zur Unterstützung der dezentralen Stromversorgung betreibe ich.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Energiesparer33583 » Sonntag 1. November 2015, 11:10

Ich denke es gibt einige Stromliferanten, bei denen wir ein gutes Gewissen haben können.
z.B.
Prokon. Strom ist aus 100% Windkraft. Verkaufen selbst produzierten Strom.
Greenpeace, Lichtblick mit interessanten Kombinationen, und natürlich das Urgestein ews Schönau sind sicher gute Empfehlungen.
Es gibt aber auch noch mehr, das Netz bietet recht gute Infos.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Hiemes » Dienstag 3. November 2015, 09:38

Energiesparer90589 hat geschrieben:Kernkraft - war in Deutschland weltweit auf dem höchsten Sicherheitsniveau, wird jetzt durch unsicherere KKW an den deutschen Grenzen ersetzt (Polen Standortfestlegung in 2016, Tschechien, Litauen, Finnland, Großbritannien, u.a.m., auch die Ukraine plant 2 neue KKW trotz Tschernobyl). Mit einer WAA ist fast ein geschlossener Kreislauf möglich und der Brennstoff recycled.


Hi,
du sprichst mir aus der Seele!
Aus meiner Sicht als Elektrotechniker gibt es derzeit keine Alternative zur Kernkraft um unsere Stromnetze stabil zu halten. Die Bestrebungen unserer Regierung auf regenerative Energien zu setzen gehen in die richtige Richtung aber im Moment machen wir uns von unseren Kernkraft nutzenden Nachbarn abhängig um unsere Spitzenlasten zu deckeln.
Beim Verkauf von Ökostrom wird nach meiner Meinung etwas geschummelt. Zwar wird die Gesamtmenge des erzeugten "grünen" Stroms wohl schon an die Verbraucher weiterverkauft doch wann dieser produziert wird ist ungewiss. Nach meiner Ansicht ist dies aber nicht an 24h an 7 Tagen die Woche möglich. Daher wird auch Atomstrom zwischenzeitlich fließen.

Die sinnvollste Möglichkeit ist wohl vorerst den eigenen Verbrauch zu reduzieren und auf die eigne PV-Anlage auf dem Dach zu setzen.
Aber auch das ist nur meine eigene bescheidene Meinung.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Axel Horn » Samstag 13. Februar 2016, 23:30

Hallo Energiesparer213926,

ich weiß nicht, ob "Stromanbieter ohne Schufa" ein geeignetes Suchkriterium ist, um einen ehrlichen Anbieter von Ökostrom zu finden. Aber Dein Anliegen, dass es beim Ökostrom keinen Etikettenschwindel geben sollte, das ist schon gut und richtig!

Es gibt auf alle Fälle Stromanbieter, denen es ein echtes Anliegen ist, mehr Ökostrom nicht nur zu verkaufen, sondern vorher auch ins Netz zu bringen. Sprich: die das verdiente Geld in neue Anlagen reinvestieren. Dazu zählen u. a. die Elektrizitätswerke Schönau, siehe http://www.ews-schoenau.de/ews.html.
Dort findet man übrigens auch einen Link auf http://100-gute-gruende.de/index.xhtml
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100 gute Gründe gegen Atomkraft! Damit bleiben auch die Antworten der beiden Atomenergiefans hier nicht unkommentiert stehen.

Letztlich kann man es aber auch dem ehrlichsten Ökostromanbieter schwer machen, wenn man seinen Stromverbrauch überhaupt nicht danach richtet, wann die Sonne scheint, um PV-Strom zu produzieren, und wann der Wind weht für die Windenergieanlagen. Mit einer Elektroheizung verdreifacht sich der Stromverbrauch eines Haushalts in den Wintermonaten. Das bringt übrigens auch und gerade das Stromnetz in Frankreich an die Grenze der Belastbarkeit, weil eben auch mit Atomkraftwerken keine Vollversorgung des Wärmebedarfs im Winter zu schaffen ist.

Wer also seine Geschirrspülmaschine bei Sonnenschein startet und in der Nacht nur sparsam Strom verbraucht, der hat dagegen sogar bei bei einem "normalen" Stromversorgern inzwischen gute Chancen, dass der eine Menge Ökostrom mitliefert.

Gruß Axel
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Energiesparer223099 » Donnerstag 7. April 2016, 09:20

Schau bei den Anbietern, ob Zertifikate oder andere Öko-Siegel vorhanden sind. Ich kann die GrüneWelt. Dort gibt es mehrere Tarifmöglichkeiten und die Kündigungsfristen sind auch flexibel. Bei 94% Kundenzufriedenheit würde ich solche Anbieter genaue ansehen.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Energiesparer223865 » Sonntag 24. April 2016, 20:56

Füher gab es noch recht wenige Ökostromversorger. Heute gibt es diverse günstige Stromanbieter, die Ökostrom verkaufen.. Dei Ökostrom-Kunden der ersten Stunde wollen dies immer nicht wahr haben. Aber es gibt heute mehr als die vier Ökostromversorger.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Axel Horn » Donnerstag 28. April 2016, 21:40

Hiemes hat geschrieben:Beim Verkauf von Ökostrom wird nach meiner Meinung etwas geschummelt. Zwar wird die Gesamtmenge des erzeugten "grünen" Stroms wohl schon an die Verbraucher weiterverkauft doch wann dieser produziert wird ist ungewiss. Nach meiner Ansicht ist dies aber nicht an 24h an 7 Tagen die Woche möglich. Daher wird auch Atomstrom zwischenzeitlich fließen.


Absolut richtig, dass es beim Strom stark darauf ankommt, ob der Verbrauch zeitlich mit der aktuellen Erzeugung von Ökostrom zusammenpasst. Mit PV-Strom aus dem Sommer kann man keine Wärmepumpe im Winter betreiben.

Allerdings ist es nicht möglich, Atomstrom nur "zwischenzeitlich" fließen zu lassen. Atomkraftwerke sind viel zu teuer, als dass die Betreiber sie z. B. nur im Winter während der Heizperiode laufen lassen könnten. Optimal geeignet, um flexibel regelbar Lücken in der Stromversorgung zu schließen, sind dagegen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: Man kann sie starten und stoppen wie einen Automotor. Und durch die Nutzung der Abwärme rechnen sie sich auch bei rund 5.000 Betriebsstunden im Jahr.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon SweetLady » Samstag 18. Juni 2016, 01:42

Ist ja ernüchternd - ich habe meinen Ökostromtarif über http://www.stromanbieter-ohne-schufa.de ... chner.html gefunden.
Zuletzt geändert von SweetLady am Mittwoch 22. Juni 2016, 01:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie kann ich Atomstrom vermeiden?

Beitragvon Axel Horn » Montag 20. Juni 2016, 07:36

SweetLady: Ist ja ernüchternd

Ernüchternd in welcher Hinsicht? Dass es beim Ökostrom nicht einfach ist, im Winter keine Versorgungslücken zu bekommen? Dass Atomkraftwerke trotz bzw. gerade wegen über 8.000 Jahresbetriebsstunden keine Lösung sind?

Es ist ja beruhigend, dass man für die Energiewende nicht unbedingt elektrisch heizen muss. Wenn nicht alle auf Wärmepumpen setzen, sondern genügend Häuser auch aus Solarthermie, Holz und Kraft-Wärme-Kopplung beheizt werden, dann hat die Energieversorgung aus 100% Erneuerbaren eine reale Chance.
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