Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

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Energiesparer206318
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Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer206318 »

Hallo zusammen,

Ich habe beschlossen mehr Energie zu sparen. Muss ehrlich sagen darauf habe ich nie wirklich geachtet, es kam mal vor das die ganze Nacht das Licht im Wohnzimmer brennt, aber ich bessere mich. Ich habe gelesen das LED Lampen sehr viel Strom sparen, stimmt das? Und wo kann ich Qualitäts-Lampen kaufen?

Danke schon mal für eure Antworten
Energiesparer194908
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer194908 »

Hallo,

wenn Du erwartest, dass Du erheblich Strom sparst, wenn Du Deine komplette Beleuchtung auf Energiesparlampen umstellst, dann wirst Du vielleicht enttäuscht werden.

Du kanst einmal beispielhaft ausrechnen was Du sparst, wenn Du eine Glühlampe gegen eine adäquate LED-Lampe austauschst.

Mehr Energie sparen kannst Du wenn Du dort wo geheizt wird ansetzt.

Beispiele: E-Herd gegen Gas-Herd tauschen; E-Trockner gegen Gas-Trockner tauschen. Dabei spielt der Preisunterschied zwischen einer Kilowattstunde Strom gegenüber einer Kilowattstunde Gas die entscheidende Rolle.

Was bei uns enorm elektrische Energie gespart hat war der Austausch des Duschkopfes gegen einen Duschkopf der nur noch sechs Liter pro Minute durch lässt. Der "alte" Duschkopf ließ die dreifache Menge durch. Ersparnis pro Jahr ca. 1000 kWh/Jahr das entspricht mehr als 250 Euro/Jahr. Die Investition in den neuen Duschkopf war vergleichsweise gering.

Wir heizen das Wasser mit Durchlauferhitzern. Der Einspareffekt wenn man mit anderen Energieträgern (Öl, Gas) heizt ist nicht ganz so hoch, aber der Energieverbrauch reduziert sich in gleichem Maß.

Gruß

Alois
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Christian L.
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Registriert: Sonntag 12. Januar 2014, 13:45

Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Christian L. »

Alois, deine Vorschläge gehen aber nur, wenn auch Gas verfügbar ist. Wir haben mit LED den Verbrauch schon gedrückt der Rest kommt dann mit der neuen Heizungspumpe.
Bei der Verwendung von LEDs kann man bis zu 90% der Beleuchtungsenergie einsparen, denn oft ist auch die Glühbirne überdimensioniert. Wenn jedoch von Energiesparlampen auf LEDs umgestellt wird, ist der Effekt gering - aber man hat kein Quecksilber mehr im Raum hängen.

Zum LED-Kauf kann ich noch http://www.leds.de anführen.
Energiesparer96221
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer96221 »

Richtig- wir ersetzen Gas und Öl durch erneuerbare Energie. Wir sparen Heizenergie- viel mehr Energy als mit Beleuchtung, Dämmen oder z.B. Fenstertauch realisierbar ist.
Energiesparer194908
Beiträge: 100
Registriert: Freitag 31. Oktober 2014, 13:01

Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer194908 »

Hallo Christian,
Bei der Verwendung von LEDs kann man bis zu 90% der Beleuchtungsenergie einsparen, denn oft ist auch die Glühbirne überdimensioniert.
Wievel kWh sind denn 90 %. Für den einzelnen Haushalt ist das m.E. relativ wenig. Betrachtet man jedoch die Einsparung in Deutschland, Europa, oder weltweit dann macht das natürlich eine riesige Ersparnis an primären Energieträgern.

Ich bin allerdings der Meinung, dass die 90 % nicht realistisch sind, denn ein nicht unerheblicher Teil der "Verluste" hilft unbemerkt beim Heizen und spart auf dieser Seite Energie. Wir nutzen z.B. in der Übergangszeit den Deckenfluter mit 300 W gezielt zum Heizen des Wohnzimmers und sparen dabei das Einschalten der Heizung und haben es dabei schön hell.

Gruß

Alois
Axel Horn
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Axel Horn »

Wir haben im Wohnzimmer eine Leuchte, die praktisch jeden Abend für einige Stunden eingeschaltet ist, sagen wir mal: durchschnittlich vier Stunden. Die originale Bestückung waren 5 x 20 Watt G4-Sockel Halogen-Pins. Das macht 0,4 kWh/Tag, bzw. 146 kWh pro Jahr. Durchaus ein relevanter Posten, wenn man nicht über 3.000 kWh/Jahr im Vier-Personen-Haushalt verbrauchen will.

Im ersten Schritt habe ich die Halogen-Pins gegen solche mit gut 10 Watt ausgetauscht. Vorher war es ohnehin zu hell. Vielleicht hatte der alte 12 Volt Trafo Probleme mit der reduzierten Leistung, vielleicht ohnehin eine Macke, jedenfalls hielt keine G4-Birne die versprochenen 1.000 Stunden durch. Das gab den finalen Anstoß zur LED-Variante. Allerdings war es schwierig, etwas passendes für den G4-Sockel zu finden. Es gibt 1 Watt-LED, die müde mit einer Lichtfarbe funzeln, die ich als "grau" wahrnehme. Es gibt LED-Birnchen im 2/3 Mignonzellen-Format, bei denen das Licht einfach nicht an der Stelle entsteht, für die die Leuchte konstruiert ist. Und es gibt den G4 LED Stift von goobay mit 1,2 W, 90 lm, 2700 K. Der passt. Der alte Trafo flog raus und wurde gegen einen mit 20 Watt Maximalleistung ersetzt.

Nun verbraucht die Leuchte 0,024 kWh an einem Abend, das sind 8,76 kWh im Jahr, das sind über 90% Einsparung. Wobei man sich mit so einer Beleuchtung natürlich auch mal den Luxus gönnt, sie etwas länger eingeschaltet zu lassen.

Licht braucht man hauptsächlich dann, wenn die Sonne nicht scheint. LED-Technik spart also Strom, der ganz überwiegend nicht direkt aus einer PV-Anlage kommen kann, sondern für den sonst Stromspeicher oder konventionelle Kraftwerke gebraucht würden. Die Stromeinsparung durch LEDs leistet daher nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
Axel Horn - Fachingenieur für Solarthermie - 82054 Sauerlach
http://www.ahornsolar.de
Energiesparer194908
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer194908 »

Hallo Axel,

im Herbst wird es schon früh dunkel, da schaltet man das Licht entsprechend früher ein. Wir handhaben das so, dass wir im Sommer die LED-Strahler einschalten (kaum Verlustwärme => keine zusätzliche Heizung) Im Winter nutzen wir nach Bedarf die LEDs und den Deckenfluter.

Trotzdem haben wir die größere Menge an elektrischer Energie durch einen Duschkopf eingespart der nur noch 1/3 Wasser des ursprünglichen Duschkopfes durchfließen lässt. Das hat zusätzlich dazu geführt dass wir ca. 10 m³ Wasser eingespart haben. Du kannst einmal die Einsparung an elektrischer Energie nachrechnen die wir durch diese Maßnahme erreicht haben.

Die bisher einzige Energiesparmaßnahme die sich bereits amortisiert hat war der Duschkopf. 80 Euro Kosten und pro Jahr mehrere hundert Kilowattstunden elektrische Energie gespart.

Die zweite Energiesparmaßnahme die sich in absehbarer Zeit amortisieren wird ist der Umstieg auf einen Gas-Wäschetrockner. Die Dauer bis zur Amortisation wird aber erheblich höher sein.

Ob sich Energiesparlampen amortisieren wird sich zeigen. Die Lampen auf Röhrenbasis haben bei uns nie die Zeit gehalten die von den Herstellern/Verkäufern angegeben waren. Für das Geld welches man für diese Teile augegeben hat hätte man getrost weiter mit den Glühlampen beleuchten können. Bei LED-Lampen scheinen die Dinge anders zu liegen. Das wird sich aber noch zeigen.

Ich komme noch mal auf die 90 % Verluste zurück die bei Glühlampen und Halogenlampen auftreten (sollen).

Ich sehe das nur im Sommer so, weil die Abwärme dort ungenutzt (oder sogar unerwünscht) ist. Im Winter ist die Abwärme eine zusätzliche Wärmequelle die Heizenergie einspart, weil die (hoffentlich vorhandenen) Heizkörperthermostate auf die Wärmequelle reagieren und die Heizleistung des Heizkörpers entsprechend reduzieren.

Gruß

Alois
Axel Horn
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Axel Horn »

Hallo Alois,

die Sache mit dem Duschkopf ist sicher ein ganz heißer Tipp, wenn man eine elektrische Wassererwärmung hat. In meinem Haushalt ist da aber nicht viel zu holen, weil die Wärme aus einem Sonnenkollektor kommt. Angenehmer Nebeneffekt: die Solarwärme hält den Heizraum im Sommer warm und trocken, so spart man sich den Wäschetrockner.

Hier geht's aber um die LED Beleuchtung, wenn man die anderen großen Stromverbraucher schon abgehakt hat. Und da muss ich doch mal ganz energisch widersprechen, wenn Glühbirnen als Heatballs verkauft werden: "Im Winter ist die Abwärme eine zusätzliche Wärmequelle die Heizenergie einspart, ..." Das kann man nur gelten lassen, wenn eine Elektroheizung installiert ist - z. B. in einer Kirche. Gebäudeheizung wird benötigt, weil es im Winter kalt ist. Es ist im Winter kalt, weil die Sonne weniger scheint. Also steht auch weniger Solarstrom zur Verfügung. Folglich sollte man nicht elektrisch heizen, weil im Winter echter Ökostrom ein knappes Gut ist. Konkret nachgerechnet: eine Power-to-Gas Anlage kann aus einer kWh Solarstrom 0,6 kWh Methangas erzeugen, das sich gut zwischenspeichern lässt. Ein Gaskraftwerk kann einige Monate später in einer Winternacht ein einer kWh Methangas 0,5 kWh Strom erzeugen. Zusammengerechnet braucht man also 3,3 kWh Solarstrom im Sommer für eine kWh "Beleuchtungs- und Heizstrom" im Winter.

In einer Zeit, als nur quecksilberhaltige Kompaktleuchtstofflampen ("Energiesparlampen") als Alternative zur Glühbirne zur Verfügung standen, konnte ich verstehen, wenn jemand allenfalls von der 60 Watt Birne zur 43 Watt Halogen-Variante wechseln wollte. Aber seit etwa zwei Jahren sind die LED Leuchten gut (angenehmes Licht) und kostengünstig (Mehrpreis finanziert sich über die längere Lebensdauer) geworden. Wer das nicht nutzt, sollte sich nicht über zu hohe Stromkosten oder eine verpatzte Energiewende beschweren.

Gruß Axel
Axel Horn - Fachingenieur für Solarthermie - 82054 Sauerlach
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Energiesparer194908
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Energiesparer194908 »

Hallo Axel,
Wer das nicht nutzt, sollte sich nicht über zu hohe Stromkosten oder eine verpatzte Energiewende beschweren.
Die Energiewende wird an ganz anderer Stelle verpatzt und nicht durch meine 300 W Halogelampe die ich in der Übergangszeit leuchten lasse damit ich die Heizung nicht einschalten muss.

Im übrigen sorgen nichtlineare Verbraucher (dazu zählen LEDs) dafür, dass der Strom im Netz nicht mehr sinusförmig ist. Die Folge sind Oberwellen. Was Oberwellen im Netz bewirken können solltest Du einmal nachlesen. Die Folgen von Oberwellen werden auch steigende Strompreise sein, weil man diese Oberwellen händeln muss.

Gruß

Alois
Axel Horn
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Re: Sparen LED Lampen wirklich viel Strom?

Beitrag von Axel Horn »

Oberwellen im Stromnetz sind kein Grund, auf LED Technik zu verzichten. Das Problem ist ja nicht neu, sondern bereits von Schaltnetzteilen und PV-Wechselrichtern bekannt. Da gibt es jeweils passende technische Lösungen und Zulassungsvorschriften für die Geräte. Wer nutzt noch einen Röhrenfernseher oder alte Nassläufer-Heizungspumpen, um möglichst "elektrisch saubere" Verbraucher zu haben?
Axel Horn - Fachingenieur für Solarthermie - 82054 Sauerlach
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